Ich bin dann mal weg – Weg ins Web 2.0

Da machen wir uns nun auf den Weg ins Web 2.0: Wir posten, wir liken und wir teilen… und was stellen wir fest? –  Es lässt sich im Netz manches Fenster  teilen, außerhalb des Netzes manches Zeitfenster ein-teilen , aber vermehren lässt sich die Zeit nicht!

Wenn ich virtuell unterwegs bin, bin ich nicht analog unterwegs. Jedenfalls nicht gleichzeitig. Auch wenn uns das Multitasking diese Illusion geben will, so ist es doch in Wahrheit so, dass wir lediglich die Geschwindigkeit steigern, mit der wir zwischen analoger und virtueller Welt (oder zwischen mehreren Tätigkeiten generell) hin- und herspringen und mehrere Vorgänge parallel voranbringen, aber wir tun es  -genaugenommen-  nicht gleichzeitig.

Ist also Zeit im Netz gestohlene reale Lebenszeit? –

„Mitnichten“, werden die „Digital natives“ unter uns aufschreien, und vielleicht nicht nur die: auch wer nicht ständig im Netz unterwegs ist, sondern nur hin und wieder dort Dienste in Anspruch nimmt, wird es wohl in der Regel als Bereicherung und Erleichterung des Alltags empfinden.

Wenn es jedoch nicht nur um die Frage von gestohlener Lebens-Echt-Zeit geht, sondern auch um die Feststellung von langsam verschwindender Gehirnkapazität im Umgang mit dem Netz, dann werden die Bedenkenträger sehr wohl von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen.

„Digitale Demenz“ in der Diskussion

So wie zum Beispiel Manfred Spitzer, seines Zeichens Gehirnforscher und zur Zeit gern gesehener Gast in diversen Talkshows und anderen TV-Beiträgen. Aber nicht nur dort: Auch die Bestseller-Listen hat er geentert mit seinem Buch „Digitale Demenz„. Wer das Buch nicht lesen möchte und trotzdem mitreden will, dem sei ein 15-minütiger Video-Beitrag empfohlen, in dem Spitzer selbst den Begriff „Digitale Demenz“ erläutert.

Vielleicht braucht es solche polarisierenden Positionen, um uns alle zu sensibilisieren im Umgang mit dieser neuen Kommunikationskultur, bei der letztlich jeder selbst die Grenzen für sich oder auch seine Kinder finden und setzen muss.

Auch uns als Team der Stadtbücherei bleibt beim Aufenthalt in der digitalen Welt die Errichtung von (und Ausrichtung an) Grenzen nicht erspart, auch wenn es dabei in erster Linie nicht um unsere Gehirnkapazität geht, sondern um die zeitlichen Ressourcen, die im Arbeitsalltag immer geschickter verteilt werden müssen, und die leider oft sehr schnell an Grenzen stoßen. Dann allerdings kommen auch schonmal Zweifel an der eigenen Gehirnkapazität auf und zumindest mein Kopf fühlt sich zuweilen an „wie ein Rathaus, nur nicht mit sovielen Zimmern“ 😉  Dieser Ausspruch (der übrigens nicht von mir stammt, sondern von meiner Oma, die das digitale Zeitalter gar nicht mehr erlebt hat) passt doch gut zu einer Angestellten im kommunalen öffentlichen Dienst, oder? [ah]
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