Wir feiern die Feste, wie sie fallen ;)

Am 11.11. fallen jedes Jahr zwei Feste zusammen: Der Martinstag und der Karnevalsbeginn. Beginnen wir mit dem Martinstag. Dass an diesem Tag in vielen Regionen Deutschlands Laternenumzüge stattfinden, ist allgemein bekannt. Aber woher kommt der Brauch mit den Laternen? Und warum ist der 11.11. der Tag des Heiligen Martin? Diese Fakten sind weniger bekannt. Martin von Tours war Bischof und wurde schon zu Lebzeiten verehrt. Er starb am 08.11.397 in Candes bei Tours in Frankreich. Sein Leichnam wurde in einer Lichterprozession in einem Boot nach Tours überführt und dort drei Tage später, also am 11.11., beerdigt. Daher also der Martinstag und der Brauch des Laternenumzugs.

Termine in Erkrath

Um den 11.11. finden in Erkrath mehrere Martinszüge und ein Martinsfest statt. Die genauen Termine findet man auf der Veranstaltungsseite der Stadt Erkrath.

Kommen wir zum zweiten Fest an diesem Tag: Der Beginn der 5. Jahreszeit 🙂 Die Erkrather Karnevalsgesellschaft „Die letzten Hänger 1963 e.V.“ lädt am 11.11. unter der Erkrather Markthalle zum „Hoppeditz erwachen“ ein.

Was der Karneval alles kann…

Über den Karneval und seine Bräuche kann man sicher viel schreiben, vor allem hier im Rheinland. Ich möchte aber heute auf einen weniger bekannten Brauch im Karneval aufmerksam machen: den Gardetanz. Genau, das waren die Mädchen (und manchmal auch Jungs), die in so komischen Uniformen auf der Bühne rumhüpfen und in Karnevalsumzügen mitmarschieren. Doch woher kommt der Gardetanz und die Uniformen (die heute aber meistens nicht mehr so sehr nach Uniformen aussehen)?

Seit jeher ist es im Karneval erlaubt, die Obrigkeit zu kritisieren. Im 19.Jh. befand sich das Rheinland, und mit ihm auch Köln, unter Preußischer Herrschaft. Im Gegensatz zu den Kölner Stadtsoldaten (die im 18./19. Jh. ein ziemlich undisziplinierter Haufen waren), war das Preußische Militär sehr streng. Der Gardetanz entstand, indem die Kölner Stadtsoldaten das aus ihrer Sicht übertriebene militärische Gehabe nachahmten und im Karneval zu Marschmusik persiflierten. Auch heute noch kann man dies im Stippeföttchen-Tanz des bekanntesten Kölner Karnevalsvereins, der Roten Funken, beobachten.

Daher ist der Gardetanz ursprünglich ein von Männern getanzter Tanz! Der Gardetanz entwickelte sich weiter und wird heute mangels tanzbegeisterter Männer hauptsächlich von Frauen getanzt. Trainiert wird das ganze Jahr über, schließlich sollen sich die Tänzer/Innen möglichst alle gleich und exakt bewegen, wie bei den Soldaten eben. Während manche Garden nur einmal in der Woche proben, gibt es Tanzgruppen, die mehrmals pro Woche trainieren. Dafür gibt es folgenden Grund: Seit den 70er Jahren werden Turniere im Karnevalistischen Tanzsport ausgetragen, und schließlich möchte man viele Punkte erreichen. In fünf Disziplinen treten die Tänzer gegeneinander an und können bis zum Deutschen Meister aufsteigen. Es gibt die Disziplinen Männliche oder Gemischte Garde, Weibliche Garde, Tanzpaar, Tanzmariechen und Schautanz. Ich habe mir selbst schon mehrere Turniere und eine Deutschen Meisterschaft angeschaut und finde es immer wieder erstaunlich, wie viel Enthusiasmus, Zeit und Energie in den fertigen Tänzen steckt. Hier eine kleine Kostprobe: die aktuellen Deutschen Meister der Gemischten Garden bei einem Fernsehauftritt:

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