Was würde Kästner heute sagen?

Liebe Leser,

meine Kolleginnen waren ganz ergriffen von der Resonanz auf unsere Aktion „Bücher aus dem Feuer“.
Hier der Bericht unserer Leiterin, Frau Gincel-Reinhardt:

Blauer Himmel durchsetzt mit Wolkenfetzen, böiger Wind – kein einladendes, aber ein passendes Wetter am 10. Mai 2013 zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung von 1933.

Als am 10. Mai 1933 in 22 Städten die Werke von 131 Autoren in die Flammen geworfen wurden, sah Erich Kästner  am Berliner Opernplatz zu, wie seine eigenen Bücher verbrannt wurden.

An diesen Tag erinnerte die Stadtbücherei, unterstützt von kulturinteressierten Bürgern,  mit verschiedenen Aktionen um und auf dem Hochdahler Markt.  Mit einem Stand vor der Buchhandlung Weber, geschmückt mit Plakaten, sollte auch auf die Bedeutung des Menschenrechtes auf Meinungsfreiheit hingewiesen werden. Dabei sollte der Mut zu freiem Denken und zur kritischen Meinungsäußerung unterstrichen werden.

Büchern aus den Regalen der Stadtbücherei, damals wurden die verfemten Bücher auch aus den Bibliotheken entfernt, lagen aus und ermunterten zum Stöbern.

Punkt  11.00 Uhr erschienen Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse aus der Carl-Fuhlrott-Schule und mischten sich unter Besucher und Passanten. Es war ein ergreifender Moment, als mehrere Schülerinnen und Schüler Gedichte von Bertolt Brecht, Erich Kästner und Heinrich Heine vorlasen.

Zeitlich versetzt folgten weitere Schüler aus den unteren Klassen, interviewten die Standbesucher, lasen vor und verteilten die Texte auf dem Markt.

Als kulturinteressierte Bürgerin las Elke Nußbaum einen Text von Karl Marx, der an Aktualität bis heute nichts verloren hat.

Viele Gespräche entstanden mit Passanten, Schülern, Lokalpolitikern, Zeitzeugen; es wurde laut und leise gelesen und mancher vertiefte sich still in die ausgelegten Bücher.

Der Weg von der Stadtbücherei zum Markt konnte nicht verfehlt werden: mit großen Kreidebuchstaben standen auf dem Straßenpflaster die Namen der Autoren, deren Bücher den Flammen zum Opfer fielen. Der Regen hat die Kreide inzwischen weggewischt, aber viele der Werke sind heute so aktuell wie vor 80 Jahren.

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Die Texte und Plakate sind bis zum Ende des Monats in der Stadtbücherei im Bürgerhaus zu betrachten.

Vielen Dank an Dirk Neubauer von der NRZ für den ausführlichen Pressebericht: http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duesseldorf/verbannt-verbrannt-hoch-aktuell-id7939591.html

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Über b.sleegers

Arbeitet und bloggt für die Stadtbücherei Erkrath.

3 Kommentare zu “Was würde Kästner heute sagen?

  1. Vielen Dank für den Artikel und den Zeitungsartikel der NRZ!
    Besonders gefallen haben mir die Schülerbeiträge und die aufgemalten Namen hin zur Bücherei!
    Es war gut mit der Aktion „Bücher aus dem Feuer“ auf den Hochdahler Markt zu gehen.
    Wünschenswert wäre noch eine größere Berteiligung der örtlichen Presse gewesen.
    Elke Nußbaum

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    • Hallo Frau Nußbaum,
      auf diesem Weg noch einmal herzlichen Dank für die tatkräftige und ideelle Unterstützung dieses Projektes. Wenn auch die Presseresonanz nicht so groß wie gehofft war, so ist unsere Intention, die wir mit dieser Aktion erreichen wollten, durch Mund-zu-Mund-Propaganda weitergetragen worden.
      M. Gincel-Reinhardt

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      • Vielen Dank für das Lob, Frau Gincel-Reinhardt!
        Bei weiteren beabsichtigten Projekten bin ich zur Unterstützung bereit.
        Elke Nußbaum

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