Von Gyros, Steak, Schnitzel und anderen Tieren

mehrere Kühe auf einer Weide http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Fiver,_der_Hellseher

mehrere Kühe auf einer Weide von Fiver, der Hellseher. cc by-sa 3.0. Quelle: wikimedia

Mahlzeit, liebe Leser!

Ich mag Fleisch. Ich mag Steak und Schnitzel und Currywurst und Salami und Brathähnchen und Gyros und all das wie verrückt. Aber noch viel mehr mag ich lebende Tiere. Daher war ich bestimmt ein Jahrzehnt aus moralischen Gründen Vegetarierin und dennoch fiel es mir mitunter ziemlich schwer zu verzichten. Besonders während der Grillsaison. Irgendwann kam dann diese Biowelle. Öko und so. Fleisch von glücklichen Tieren. Und da muss ich gestehen, dass ich es mir leicht gemacht habe und mich gerne umstimmen ließ und ich wieder ab und zu Fleisch gegessen habe. Im Nachhinein betrachtet war diese Argumentation für mich reiner Selbstbetrug. Natürlich ist es besser, wenn die Tiere vor der Schlachtung zumindest ein einigermaßen schönes Leben hatten, aber die Ängste und Qualen, die sie unmittelbar vor oder vielleicht sogar noch während der Schlachtung erleiden müssen, bleiben dennoch. Über andere tierische Produkte (wie Käse, Milch, Eier, etc.), die ich täglich verzehrt habe, hatte ich mir nie Gedanken gemacht. Die Industrie hat da auch ziemlich gute Marketingstrategien. Süße Kühe, die glücklich auf einer Wiese weiden. Pudding mit Kuhflecken. Bunte Verpackungen. Lustige Hühner, die fröhlich gackernd ihre Eier legen oder grinsende Schweine auf Metzgerei-Einpackpapier. In schöner Regelmäßigkeit wird einem da suggeriert, dass uns die Tiere ihre Produkte freiwillig und mit Spaß anbieten. Auch für mich war immer alles so selbstverständlich und die Auswahl in den Supermärkten so vielfältig und bunt, dass ich lange Zeit irgendwie vergessen habe nachzudenken, ob hinter diesen Produkten Leid stehen könnte.

Wenn man in einer Bücherei arbeitet ist es aber so, dass einem ständig Bücher in die Hände fallen, für die man sich sonst nicht unbedingt interessiert hätte oder von deren Existenz man vielleicht gar nicht gewusst hätte.peace food

So war es auch mit „Peace Food“ von Rüdiger Dahlke. Ich saß letzten Sommer in der Mittagspause draußen auf unserem Lesebalkon und habe ein wenig darin rumgeblättert. Schon die ersten Seiten waren so interessant, dass ich es mit nach Hause genommen habe und mir anschließend weitere Bücher zu dem Thema „Vegane Ernährung“ ausgeliehen habe. Vor allem ganz viele vegane Kochbücher, die offenbar gerade schwer in Mode sind und auch von unseren Erkrather Kunden sehr viel ausgeliehen werden. Das ist schön zu sehen, denn wir haben heutzutage so viele Alternativen. Wir sind schon längst nicht mehr darauf angewiesen dieses grausame Leid der Tiere zu unterstützen und somit auch noch zu fördern.

Ich verzichte in diesem Blogbeitrag bewusst auf plakative Bilder aus Schlachthöfen, von verzweifelten Hühnern, die sich ihre Federn ausreißen oder von entzündeten Kuh-Eutern, weil ich mir diese schrecklichen Bilder selbst kaum angucken kann. Aber vielleicht macht man sich auch so mal ein paar Gedanken über seine Ernährung und versucht so gut es geht auf tierische Produkte zu verzichten. Ich bin auch kein Paradebeispiel für eine disziplinierte Veganerin. Ich mache noch ziemlich oft irgendwelche kleinen Ausnahmen. Das einzige, auf das ich hinweisen möchte ist, dass man sich seiner Verantwortung immer bewusst sein sollte. Um es auf den Punkt zu bringen:

Wieviel Schuld möchte man in seinem Leben auf sich laden?

Ich verweise an dieser Stelle gerne auf zwei Seiten, die ziemlich gut und eindrücklich erklären, wie sehr Tiere leiden, nur damit wir wie selbstverständlich unsere Milch in den Kaffee schütten oder unser Frühstücks-Ei essen können:

http://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/milchkuehe

http://www.peta2.de/web/eier.1236.html

Und wenn vielleicht der ein oder andere jetzt Lust hat, in die Bücherei zu gehen, um in ein paar veganen Koch- und Backbüchern zu stöbern und sich von den alternativen Möglichkeiten überzeugen zu lassen, dann wäre ich sehr glücklich und hätte mein Ziel schon erreicht.

In diesem Sinne,

Peace

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3 Kommentare zu “Von Gyros, Steak, Schnitzel und anderen Tieren

  1. Vielen Dank für deinen sehr persönlichen Beitrag. Ich gebe zu, ich kann mir ein Leben ohne Milch nicht vorstellen. – Hast du denn auch ein Rezept, was du empfehlen kannst? Hast du ein neues veganes Lieblingsessen? Und ist es schwer, die veganen Lebensmittel zu bekommen?

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    • Hallo BiboFan,
      mein veganes Lieblingsessen sind Bratkartoffeln mit Salat. Ganz unspektakulär. Das hab ich früher schon gerne gegessen. Vegane Lebensmittel gibt es mittlerweile in allen Supermärkten. Gemüse, Vollkornbrote, etc. gehören ja auch dazu und machen bei mir den Großteil der Ernährung aus. Es gibt auch ganz tolle Brotaufstriche. Milchersatzprodukte gibt es inzwischen fast überall. Mein Favorit ist Haferdrink. Schmeckt natürlich anders als Kuhmilch, aber ich hab mich schnell daran gewöhnt. Im Kaffee schmeckt mir allerdings warme, aufgeschäumte Soja“milch“ am besten. Einfach mal verschiedene Sachen ausprobieren. Vielleicht ist ja eine annehmbare Alternative dabei 🙂

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