Fahrradpolitik, Ordrupgaard und Fish ’n Chips in der Papierfabrik

Im letzten Beitrag zu meinem Auslandspraktikum in der Bibliothek Frederiksberg kamen einige interessante Themen dran, die sich mir während der letzten beiden Wochen der Arbeitszeit präsentierten.
Heute geht es mal weniger um die Bibliothek und mehr um das, was sich für mich während der Freizeit in Kopenhagen ergab.

Die dänische Fahrradbotschaft

Wer die dänische Fahrradbotschaft noch nicht kennt, könnte vermuten, dass es sich hierbei um einen zum Scherz erstellten Verein handelt, der sich über die Fahrradfahrfreudigkeit (uff) der Dänen lustig macht. So ist es nicht – die dänische Fahrradbotschaft ist ein loser Verband privater Unternehmen, lokaler Institutionen und NGOs, deren Zusammenarbeit darauf abzielt, das Fahrradfahren überall auf der Welt aufblühen zu lassen. In Dänemark existiert schon seit langem eine Kultur des Fahrradfahrens – mir ist aufgefallen, dass in Frederiksberg das Fahrrad schon ein fester Teil des Lebens ist. Beispielsweise sieht man dort morgens ab und zu verschiedene Minister mit ihren Fahrrädern zur Arbeit fahren. Auf Islands Brygge – dem Hafenbereich im Osten Kopenhagens (dort gibt es riesige Wiesen neben dem Wasser und einen Public-Viewing-Bereich) – habe ich sogar Jugendliche gesehen, die riesige Lautsprecher an ihren Fahrrädern montiert hatten und mit lauten Basstönen rumfuhren. Vergleichbar mit denjenigen, die hier in Deutschland mit aufgedrehtem Bass im Auto durch die Straßen fahren. Nur eben halt mit’m Drahtesel.

Ordrupgaard und Louisiana

Louisiana ist die Bezeichnung für ein Kunst- und Architekturmuseum in Humlebæk. Der Name kommt nicht, wie man sich vorstellen könnte, vom US-Staat, sondern stammt daher, dass der erste Besitzer des Grundstücks es nach seinen drei Frauen benannte. Alle drei hatten nämlich den Vornamen Louise.
Das Grundstück an sich ist wirklich wunderschön, es liegt direkt am Øresund; man kann beispielsweise nach der Besichtigung der Kunstwerke einen kleinen Spaziergang über das Gelände machen, um sich dann ans Ufer des Øresund zu setzen. Der Blick wandert über die Meeresweite, auf der anderen Seite der Meerenge sieht man Schweden.

Ordrupgaard ist ebenfalls ein Kunst- und Architekturmuseum nördlich von Kopenhagen. Die Reise dahin war schon ein Erlebnis – man fährt zuerst eine Viertelstunde mit der S-Bahn und kann dabei die Häfen von Kopenhagen betrachten, dann kommt man im kleinen Charlottenlund an, eine sehr ruhige Gegend mit vielen schönen und großen Häusern. Man kann von dort aus zwar auch einen Bus zum Museum nehmen, aber mir war eher danach, dorthin zu Fuß zu gehen. Ungefähr ab der Hälfte des Wegs fiel mir auf, dass ich schon seit etwas längerem durch einen riesigen Wald laufe, und mitten in diesem Wald liegt das Museum. Dort habe ich dann auch zum ersten Mal Werke dänischer Künstler kennengelernt – L.A. Ring und Vilhelm Hammershøi sind mir in Erinnerung geblieben.

„Støvkornenes dans i solstrålerne“, Hammershøi (1900)

Copenhagen Street Food

In einer leeren Lagerhalle auf einer der kleinen Inseln gegenüber von Nyhavn findet man Copenhagen Street Food. Die Insel heißt „Papirøen“, wörtlich Papier-Insel, dort wurde früher Papier hergestellt. Jetzt findet man statt Maschinen und Arbeitern kleine Street-Food-Stände und jede Menge Menschen. Man kommt hier nicht nur zum Essen hin, viele kommen auch, um gemeinsam den Feierabend mit einem eisgekühlten Glas Bier ausklingen zu lassen. Einer der Stände hat mir sehr gut gefallen, es werden dort hochwertige Fish & Chips verkauft, dazu als kleine Beilage eine sehr schmackhafte, verschiedenst gewürzte, Erbsen-Avocado-Paste.

Ich hoffe, dieser Beitrag – der dritte und letzte Teil meiner Blogtrilogie zum Auslandspraktikum in Kopenhagen – hat euch gefallen. Kopenhagen hat sich mir gegenüber erfreulicherweise als einer der schönsten Städte überhaupt zum Arbeiten, für das körperliche Wohlfühlen und zum Entspannen herausgestellt, es kommt auf jeden Fall auf die Liste meiner Lieblingsstädte!

von Philip Orr

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