Interview mit einem Musikfreak

Liebe Leser,

unser Azubi Philip präsentiert euch ja nun schon seit einem Jahr mit großer Begeisterung seine Entdeckungen in unserer Rubrik Musiktipp. Meistens entsprechen die Songs und Bands, die er sich dabei aussucht nicht dem im Radio rauf und runter gespielten Mainstream. Deshalb läuft unsere Kommunikation zu diesem Thema fast immer nach dem gleichen Schema ab. Philip: „Kennst du die Gruppe xy?“ Ich: „Nö“. Da das für unseren Youngster auf die Dauer ziemlich frustrierend ist, haben wir uns gedacht, fragen wir ihn doch einfach mal ein bisschen zu seinem Lieblingsthema aus, damit er sein Wissen mit uns, und natürlich auch mit euch, teilen kann!

Ach ja und Philip? Was wir dir schon immer mal sagen wollten: ein dickes Dankeschön und großes Lob für deine fleißigen Beiträge! 🙂

Unser Azubi Philip in seinem Element

Hallo Philip! Heute reden wir mal über dein Lieblingsthema. Fangen wir mit was Einfachem an. Welche Lieblingsband hast du? Beziehungsweise welche Stilrichtung magst du am liebsten?

Das geht eigentlich in verschiedene Richtungen. Ich hab auch noch ganz viele ältere Bands, die ich mag, die jetzt gar nicht so in irgendeine Stilrichtung reinpassen. Da wäre zum Beispiel natürlich The Cat Empire,  Jaya the Cat, Kid Ink, Snoop Dogg, Fleetwood Mac, Linkin Park fand ich früher auch ganz gut…

Wieso Fleetwood Mac? Die heben sich jetzt schon irgendwie von den anderen Künstlern ab?

Ja, Fleetwood Mac kenn ich schon seit ich denken kann, weil das meine Eltern immer gehört haben und mich die Gruppe schon immer begleitet.

Du bist also nicht auf eine bestimmte Stilrichtung festgelegt?

Nein. Die vorher genannten Bands kommen zum Beispiel aus den Stilrichtungen Ska, Reggae, Punk, Hip hop und Rock.

Hat sich dein Musikgeschmack im laufe der Jahre verändert oder ist der immer gleich geblieben?

Nein, der hat sich verändert. Als ich so 10 oder 11 Jahre alt war, hab ich immer nur Classic Rock gehört. Aber da war ich auch noch nicht in einem Alter, wo man selbst Musik hört und entdeckt. Ich hab mir damals meinen Musikgeschmack eigentlich nur von meinen Eltern abgeguckt und deshalb nur Künstler wie Fleetwood Mac gehört. Bei meinen Großeltern lief immer ein Schweizer Klassik Sender. Das hab ich dann eben auch gehört.

Warst du schon immer musikinteressiert oder hat sich das erst mit der Zeit entwickelt?

Musik hat mir schon immer viel bedeutet. Wo manche Familien vielleicht abends etwas zusammen essen und danach jeder auf sein Zimmer geht, ist unsere Familie immer nach dem Essen im Wohnzimmer zusammen gesessen und hat Musik gehört. Überhaupt hat mein Vater immer viel Musik gehört, egal was er gerade so im Haus gemacht hat.

Verbindest du Musik auch mit Erlebnissen? Gibt es Assoziationen oder Erinnerungen an Orte oder Personen wenn du bestimmte Stücke hörst?

Ja, es gibt vor allem Assoziationen mit bestimmten Personen, aber auch mit vielen Erlebnissen. Ich habe zum Beispiel mal ein Praktikum in einem Chemiekonzern gemacht und auf dem Weg dorthin jeden morgen „In Flames“ oder „Soilwork“ gehört. Und wenn ich die Titel heute höre, habe ich immer noch das Gefühl, dass ich jetzt zum ersten Mal arbeiten gehe und gerade ein Praktikum mache.

Also ist die Musik, die du hörst, immer stimmungs- oder tagesabhängig?

Ja, auf jeden Fall tagesabhängig.

Spielst du denn ein Instrument?

Ja, ich spiele Gitarre, aber ich bin nicht sehr gut darin. Ich kann zum Beispiel keine Noten lesen, aber es macht auch einfach mal Spaß ein bisschen darauf rum zu klimpern und zu hören, was für Töne dabei heraus kommen.

Du hast dir das Gitarre spielen also selbst beigebracht?

Jein. Ich hatte von 10 bis 12 privaten Gitarrenunterricht bei einem Professor. Aber dann hab ich damit aufgehört und hab jahrelang nicht mehr gespielt. Mit 17 hab ich wieder angefangen und versucht, mir das Spielen selbst beizubringen. Allerdings hatte ich da schon das Notenlesen, was ich früher konnte, verlernt. Aber im Internet gibt es ja auch Tabulaturen für die Gitarre und man muss dafür ja auch nicht unbedingt Noten lesen können.

Gibt es denn ein Musikinstrument, welches du sonst noch gerne lernen würdest?

Also, ich fand eigentlich immer schon das Saxophon als Musikinstrument ziemlich gut. Ich glaube, wenn man das richtig gut spielen kann, macht es schon sehr viel Spaß. Diese besonderes klingenden Töne, die man damit hervorrufen kann, gefallen mir wirklich sehr gut. Aber eigentlich war ich schon immer auf das Gitarre spielen fixiert. Das macht mir auch ziemlich viel Spaß.

Und wie sieht es mit singen aus?

Nee, gar nicht!

Warum? Weil du denkst, dass du es nicht gut kannst oder weil du es nicht gerne machst?

Weil ich das nicht gerne mache und weil ich glaube, dass es sehr viel Zeit braucht, bis man es ansatzweise gut kann.

Aber im Auto mitgröhlen geht schon. Oder?

Ja, das schon. Aber nur, wenn ich alleine im Auto unterwegs bin.

Jetzt wollen wir mal auf deine musikalischen Blogbeiträge kommen. Woher nimmst du deine Ideen und Inspirationen?

Meine Mitbewohnerin hat definitiv einen ganz großen Einfluss darauf. Man kann quasi sagen, dass ich erst durch sie gelernt hab, wie man auf verschiedene Bands aufmerksam wird. Früher wäre ich zum Beispiel nie auf die Idee gekommen auch mal was auf der rechte Seite auf Youtube anzuklicken, wenn mir ein Lied gefällt. Und natürlich tauschen wir uns auch gegenseitig über Bands und Lieder aus. Aber mittlerweile bin ich auch ganz gut im Aufstöbern von neuen Bands.

Und wie findest du die dann? Nur über Youtube oder gibt es noch andere Tipps?

Nicht nur. Auf Festivals oder Konzerte zu gehen, wenn irgendwas cooles in der Nähe ist, hilft da auch schon ganz viel. Und man kann die Bands auch mal live hören. Dadurch hab ich zum Beispiel die Movits! kennengelernt, die auch mal Thema in einem Blogbeitrag waren.

Gibt es irgendein Festival oder OpenAir, wo du uns empfehlen würdest hinzugehen?

Das Pfingst Open Air in Essen Werden ist auf jeden Fall super. Dort ist immer eine schöne Atmosphäre und es sind auch viele Familien mit kleinen Kindern vor Ort. Wahrscheinlich weil es dort nicht so matschig ist, wie man es sonst kennt. Das Open Air findet auf einer großen Rasenfläche neben einem Fluss statt, in dem man früher auch baden konnte. Ist aber inzwischen leider verboten worden.

Kannst du dir vorstellen, dass Musik für dich irgendwann keine große Rolle mehr spielt?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Musik ist schon zu lange zu wichtig für mich und nimmt auch einen großen Platz in meinem Leben ein. Allerdings bin ich keiner von denen, die nicht mehr ohne ihren mp3-Player aus dem Haus gehen können. Ich könnte auf den mp3-Player auch mehrere Monate verzichten, aber ich höre dann eben zu Hause Musik.

Das heißt, es gibt keinen Tag, an dem du nicht Musik hörst? Oder kommt es doch vor, dass du mal kein Bock auf Beschallung hast?

Ja, es gibt auch Tage die ich ganz gerne in Ruhe verbringe und mich auch mal nur nach draußen setze, um dem Klang der Natur zuzuhören. Das kann auch mal ganz schön sein. Oder ich geh zu meinem Bruder, der hört sowieso wenig Musik.

Aha. Das heißt, die Musikbegeisterung ist nicht bei allen Familienmitgliedern gleich ausgeprägt?

Nein. Aber meine Mutter ist auch sehr musikbegeistert. Durch sie habe ich beispielsweise Selah Sue und London Grammer, die ich auch schon im Blog vorgestellt habe, kennengelernt.

Deine Mutter gibt dir also auch Musiktipps. Gibst du ihr denn auch welche?

Ja, aber es ist oft schwierig ihren Geschmack zu treffen. Ich höre auch oft Sachen, die ihr nicht gefallen.

Und wie ist das bei deinen Freunden mit den Musiktipps?

Meine Freunde sind teilweise auf bestimmte Genres festgelegt, weswegen es oft schwierig ist, denen gute Künstler nahe zu bringen. Andererseits ist es ja auch gut, wenn die Geschmäcker verschieden sind. Ich habe ganz viele Freunde die Hard Rock hören, denen kann ich natürlich nicht meinen neuesten Lieblings-Dancehall-Künstler zeigen, weil die das sowieso doof finden. Aber ich nehme auch von diesen Freunden gerne Anregungen für das Blog auf.

Gibt es denn einen Song oder eine Band wo du sagen würdest, dass damit deine Liebe zur Musik ganz gut beschrieben wird?

Das ändert sich immer irgendwie. Früher war es das Lied „Summertime Bring Me Joy“ von Selah Sue, jetzt ist es seit längerer Zeit das Lied „Call me Home“ von The Cat Empire.

Jetzt zur letzten Frage: Seit einem Jahr schreibst du nun schon für unsere Musiktipp Rubrik Beiträge. Hast du überhaupt noch Lust oder gehen dir jetzt doch so langsam mal die Ideen aus?

Ich habe noch sehr viel Lust dazu und mir werden wahrscheinlich, solange ich Musik höre, nie die Ideen ausgehen. Es gibt einfach unglaublich viele Künstler und Musikstücke zu entdecken! 🙂

Lieber Philip, vielen Dank für das ausführliche und persönliche Interview!

Gerne.

 

Das Interview führten Philip Orr & Angela Dauensteiner

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