Warten auf Väterchen Frost

Liebe Leser,

findet ihr es für die beginnende Adventszeit nicht auch zu warm und schneearm? Möglicherweise gehört ihr zu den morgendlichen Pendlern, die auf das chaosverursachende Weiß auch gut verzichten können. Aber wenigstens kalt sollte es doch sein, damit der Glühwein oder heiße Kakao zu Hause auch wirklich schmeckt. Vielleicht sollten wir „Väterchen Frost“ um etwas mehr Kälte bitten? – Moment: ihr habt noch nicht von ihm gehört?

„Väterchen Frost“ (wörtlich übersetzt „Großvater Frost“) ist eine  russische Märchenfigur und hat seinen Ursprung im heidnischen Brauchtum, wo er als die  Personifikation des Winters gilt. Mit seinem magischen Zepter, dessen Spitze alles, was sie berührt, gefrieren lässt, sorgt „Väterchen Frost“ dafür, dass alle Tannen mit Schnee bedeckt sind.

1932._Билибин._Морозко

Väterchen Frost, Illustration von Ivan Bilibin (gemeinfrei)

Als Verkörperung des Wintergeistes hat er nach der heute verbreiteten Vorstellung einen langen, dicken weißen Bart und trägt einen traditionellen eisgrauen oder blauen Pelzmantel. Er wohnt tief in der Taiga; wobei die Vermutungen über seine Herkunft ähnlich wie beim Weihnachtsmann auseinander gehen. „Väterchen Frost“ fährt einen von drei Schimmeln oder Rentieren gezogenen Schlitten – die Troika – und wird auf seinem Weg zu den Kindern von seiner Enkelin „Schneemädchen“ oder auch „Schneeflöckchen“ begleitet.

Durch die Einführung des gregorianischen Kalenders verschoben sich alle weihnachtlichen Rituale und Feiern auf die Zeit um Silvester. Daher wird in Russland der Weihnachtsbaum vor Silvester aufgestellt und „Väterchen Frost“ bringt die Geschenke in der Silvesternacht. Weihnachten wird in Russland im Übrigen erst in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar, nach dem alten julianischen Kalender, gefeiert.

Gastbeitrag von unserer Praktikantin „außer Dienst“ Patricia Preisner


PS: Wer wie ich russische Märchenfilme liebt, muss diesen Film gesehen haben: Väterchen Frost – Abenteuer im Zauberwald.

Hach, es ist so heimelig, wenn zu Beginn des Films die Fensterläden geöffnet werden und ein Babuschka zu erzählen beginnt. Danach wird in die Geschichte geblendet. Zum Schluss, wenn das Böse besiegt wurde, erscheint wieder die Babuschka und schließt die Fensterläden. Und wir Kinder sind zurück aus der Märchenwelt. (Diese „Umrahmung“ gibt es aber auch bei anderen russischen Märchenfilmen.)

Eure Beate Sleegers

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Über gastbeitrag

Beiträge von Praktikanten, Bufdis oder unserem Förderverein für die Stadtbücherei Erkrath

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