„Der Stern da oben, der da so fein leuchtet…“

WCL - 125 x 125

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Liebe Leser,

heute Abend ist es wieder soweit. Weltweit werden Kerzen angezündet und ins Fenster gestellt oder man trifft sich und gedenkt gemeinsam der verstorbenen Kinder. Auf diese Weise müsste eine Lichterwelle rund um den Erdball entstehen. Was für eine wunderbare trostspendende Idee!

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember um 19 Uhr wird ein Lichterband um die Erde gespannt, Worldwide Candle Lighting ®. Teilnehmen können natürlich nicht nur die Familien, die ein Kind verloren haben. Gemeinsam gedenken Menschen an diesem Tag aller gestorbenen Kinder dieser Welt und demonstrieren, dass sie nicht vergessen sind. Der Kindergendenktag wurde ganz bewusst in die Adventszeit gelegt, denn

vielen Familienmitgliedern hilft es, wenn sie in der schwierigen Vorweihnachtszeit durch diesen Gedenktag sich und ihrem verstorbenen Kind oder Geschwister versichern können, dass es zwar physisch nicht mehr anwesend ist, aber bei dem kommenden Weihnachtsfest in den Herzen der Angehörigen sehr wohl anwesend sein wird. Es ist ein spezieller Tag, an dem man zudem weiß, dass viele andere ebenso ihres toten Kindes gedenken, und diese Solidarität wird von vielen Menschen ebenfalls als sehr hilfreich wahr genommen. (Quelle: http://www.gedenkseiten.de/magazin/worldwide-candle-lighting/)

Sterne von oben, Lichter von unten

Vielleicht seid ihr selbst Betroffene oder ihr kennt Familien, die das Unfassbare durchleben, dass Kinder vor ihren Eltern sterben mussten. Ein Urinstinkt lässt uns bei solch einem Schicksalsschlag gen Himmel blicken, der Sternenhimmel spendet Trost, ob man gläubig ist oder nicht. Die ganz Kleinen, die Babys, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind, werden sogar Sternenkinder genannt. Ja, Sterne und Kerzenlicht haben eine starke symbolische und meditative Kraft.

Mein Onkel erzählte mir von seiner Schwester, meiner Tante, die immer ihren Platz in den Erinnerungen der Familie behalten hat:

In diesem Insthaus ist die Brigitte gestorben. Und die haben wir dann im Schützengraben, es war ja alles steinhart gefroren, da haben wir den Schnee raus geschaufelt und haben einen Strohballen geholt und sie in eine Decke gewickelt und da begraben. Brigitte war erst neun Jahre alt, sie war ein Jahr jünger wie dein Vater und ich.  Ja. So war das… Das war, glaube ich, um den 30. Januar 1945 rum. Jedenfalls war sternenklarer Himmel, ich weiß das, wir dachten dann: „Der Stern da oben, der da so fein leuchtet, das ist unsere Brigitte!“ So haben wir gedacht.

Heute Abend leuchten wir unseren verstorbenen Kindern entgegen und wir sind mit unserem Schmerz nicht allein.

Ich wünsche euch eine besinnliche und friedliche Adventszeit.
Eure Beate Sleegers

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Über b.sleegers

Arbeitet und bloggt für die Stadtbücherei Erkrath.

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