Generation xy…aufgelöst (3)

Liebe Leser,

meine Kollegin hat ja neulich unsere Generationen-Reihe mit ihren (süßen) Kindheitserinnerungen eröffnet. Jetzt wage ich mich mal daran, über die Zeiten zu berichten, in denen ich noch jung und unbeschwert war 😉
Da ich mittlerweile schon an der 30 knabbere und der geistige Verfall so langsam einsetzt, ist einiges nur noch schemenhaft und unscharf abrufbar – aber ich will es mal versuchen…

Bevor ich die Zeitmaschine anschmeiße, aber schnell noch folgende Einordnung: Als 1986 Geborener gehöre ich zur sogenannten Generation Y, die – wenn man dieser Website glauben kann – „die internationalste, örtlich flexibelste und vielsprachigste Generation ist, die jemals die Arbeitswelt betreten hat“. Klingt doch gut! Außerdem bin ich wohl so gerade noch ein „Digital Native“, also ein mit der neuesten Technologie Aufgewachsener, der mit selbiger versiert umzugehen weiß. Angeblich – denn mit der Handhabung unseres Blogs habe ich hier und da ehrlich gesagt meine Problemchen 😉

Von angesagten Boybands und ausflippenden Lehrern…

Jetzt aber zu den Kindheits-Erinnerungen, um die es ja hier in erster Linie gehen soll. Bei mir setzen sie in den frühen 90ern ein, als ich also so 6, 7 Jahre alt war. Musikalische Highlights wurden rückblickend nicht gerade gesetzt – wobei ich das damals natürlich nicht so empfunden habe. Dr. Alban, Culture Beat und Co. heizten auf dem Walkman (und später auf dem Discman) ordentlich ein, Scooter eroberte mit wahnsinnig kreativen Texten die Charts und die Fantastischen Vier machten den HipHop in Deutschland salonfähig. Mitte der Neunziger führte natürlich kein Weg an den Backstreet Boys (ja, auch als Junge hörte man die gerne 😉 ) vorbei!
Neben dieser modernen Musik bekam ich auf den langen Urlaubsfahrten zum traditionellen Camping-Urlaub in Frankreich durch meinen Vater aber auch viele Oldies (zumindest aus heutiger Sicht würde man sie wohl so bezeichnen) auf die Ohren. So kann ich glücklicherweise mit den Namen Beatles, Queen oder Eric Clapton wenigstens ein bisschen was anfangen…

Aus sportlicher Sicht haben sich vor allem die großen Fußball-Turniere – die WM 1994 in den USA (das Abschneiden unserer Elf wollen wir hier mal lieber nicht näher thematisieren 😛 ) und die EM 1996 in England – in mein Hirn eingebrannt. Halbfinale und Finale der letzteren sah ich (damals war an Public Viewing ja noch gar nicht zu denken) mit einigen Lehrern im Schullandheim. Als Oli Bierhoff sich in der Verlängerung etwas hüftsteif drehte und mit diesem eigentlich harmlosen Schüsschen den tschechischen Torwart Petr Kouba auf dem falschen Fuß erwischte, gab es kein Halten mehr! Man sollte es nicht denken, aber auch Lehrer können in einen wahren Freudentaumel verfallen 😀

Als der Tatort noch old school war…

Fernsehtechnisch kommen mir vor allem einige Zeichentrick-Serien in den Sinn: Wie vermutlich alle Kids in meinem Alter liebte ich damals Die Simpsons; die gelben Chaoten aus Springfield waren (und sind bis heute) einfach nur grandios! Als schon zu jener Zeit großer Fußballfan schwärmte ich außerdem für die Kickers. Allein der Soundtrack ist ja schon phänomenal 😀


Wenn Wetten, dass..? lief, versammelte sich die ganze Familie (wie wahrscheinlich auch in Millionen anderen Haushalten) vor dem Fernseher und fieberte mit den Kandidaten mit. Schon schade, dass dieses große Stück deutscher TV-Geschichte mittlerweile auf Eis gelegt wurde 😦

Als ich etwas älter war, kam ich dann in den Genuss, den all-sonntäglichen Tatort mit meinen Eltern gucken zu dürfen. Lange bevor Til Schweiger und Co. versuchen würden, das Ganze Hollywoodreif zu inszenieren und Forensik eine immer wichtigere Rolle spielen sollte, ging es damals noch um klassische Ermittlungsarbeit. Was ich extrem spannend fand 🙂
An Filmen sind mir ansonsten vor allem die Michael Ende-Verfilmungen Momo und Die unendliche Geschichte in Erinnerung geblieben. Der ein oder andere Disneyfilm musste natürlich auch sein, sei es Der König der Löwen oder Das Dschungelbuch!
Richtig klasse fand ich später auch Space Jam – die Mischung aus „Looney Tunes“ sowie realen Personen wie z.B. Michael Jordan hatte irgendwie was – und Toy Story.

Frisuren, die die Welt nicht braucht…

Was Kleidung und Frisuren angeht… Hm, darüber würde ich am liebsten den Mantel des Schweigens hüllen 😉
Aber ich kann nicht leugnen, dass wir oft im Schlabberlook unterwegs waren und – was noch viel schlimmer ist – eine Zeit lang so merkwürdige Schwänzchen im Nacken trugen. Ich weiß gar nicht, woher dieser seltsame Trend kam. Aber man musste die Haare einfach so haben, sonst wäre man irgendwie uncool gewesen. Wenn ich heute so drüber nachdenken, eigentlich unglaublich. Und zum Glück hielt diese Phase nicht allzu lange an 🙂

Tja, soviel zu meinen Kindheitserinnerungen. Es gäbe bestimmt noch ganz viel zu erzählen, aber das würde
a) den Rahmen sprengen
b) euch extrem langweilen und
c) rücken die grauen Zellen wie gesagt nur noch einen Bruchteil der Erinnerungen raus…

Vielen Dank fürs Lesen oder zumindest Überfliegen ;). Euer Dominik Dax

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Über d.dax

Arbeite & blogge für die Stadtbücherei Erkrath

7 Kommentare zu “Generation xy…aufgelöst (3)

  1. Ich habe diese Zeit natürlich auch miterlebt, allerdings schon als recht erwachsene Frau. Der Rückblick in Deine Kindheit/Jugend hat mir sehr gefallen, hat er doch auch mich wieder einmal im Erinnerungskästchen meines Gehirns graben lassen. Eine Kollegin in ähnlichem Alter wie Du ließ mich diese, “Deine“, Zeit nicht nur aus meiner Perspektive sehen. So musste ich doch an vielen Stellen schmunzeln, wiederholen sich doch viele Dinge aus der eigenen Jugend in den nachfolgenden Generationen auf annähernd ähnliche Weise. Danke für die netten Erinnerungen. Für mich war die Zeit aus Deinem Rückblick eine schöne und erlebnisreiche Zeit, die ich nicht missen möchte. Übrigens toll geschrieben, gefällt mir sehr 🙂
    Liebe Grüße von der Silberdistel aus dem Bücherstaub

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    • Hallo Silberdistel,

      vielen Dank erst mal für das schöne Kompliment 🙂
      Freut mich sehr, dass meine Kindheitserinnerungen gut angekommen und auch bei Dir ein paar eigene geweckt haben! Es war wirklich eine tolle Zeit 🙂

      Liebe Grüße zurück!

      Gefällt 2 Personen

  2. Pingback: Generation xy…aufgelöst (4) | Die Stadtbücherei Erkrath bloggt

  3. Hach Herr Dax, da kommt Freude auf! Die verschiedensten Generationen blicken einigermaßen verstört in die Photoalben der 80ziger. Meine Tochter (24) meinte die Tage doch tatsächlich, Leute meiner Generation (*1962) sähen auf den Bildern dieser Zeit reichlich „kaputt“ aus! Okay, wenn sie meint, … Allerdings: Die Klamotten dieses Jahrzehnts wirken heutzutage im Retro-Look viel schicker als damals. Und manche Gesichter waren wirklich recht kantig und geschmückt von Augenringen. Mir lacht auf manchen Photos eine etwas runde Pierrine mit Hühnerfrisur entgegen. Über die Backstreet Boys kommt nun die Erinnerung an die Bay City Rollers hoch. Die Truppe war um 1978 DER Mächentraum. Eine Schulkameradin musste zu einem Konzert ihre ätzende kleine Schwester begleiten und fand es zum kotzen. Am nächsten Tag war ich heiss auf die Story, doch über Nacht hatte sie der Wahnsinn ergriffen. Sie stand heulend vor glückseligem Schmacht und mit beihnahe Kreislaufkollaps ohne die Nacht geschlafen zu haben vor mir. Was mir einen ganztägigen Lachkoller samt Verweises aus dem Klassenzimmer einbrachte, sowie das Ende einer Schulfreundschaft. Jahre später habe ich M. einmal getroffen. Sie hatte sich rechtzeitig aus dem Anhimmelwahn gerettet, die Mitgliedschaft im Fanclub gekündigt und sich prächtig entwickelt.
    Mit Freude über ihren herzerfrischenden! Beitrag, Pierrine Augat

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    • Hallo Frau Augat,
      vielen Dank erst mal für das Lob und den ausführlichen Kommentar 🙂
      Und tut mir leid, dass es mit meiner Antwort etwas gedauert hat; war die letzten Wochen verhindert…

      Schön, dass meine Rückschau auch bei Ihnen wieder die ein oder andere Erinnerung heraufbeschworen hat! Die Geschichte mit den Bay City Roller ist ja herrlich (wenn auch ein bisschen traurig, dass dadurch eine Freundschaft zerbrach) 😀
      Ihre Tochter ist aber ganz schön streng in ihrer Formulierung! Dass sie wirklich so „kaputt“ aussahen, kann ich mir kaum vorstellen… An den „Hühnerfrisur“-Bildern wären wir aber natürlich trotzdem brennend interessiert 😉

      Bis bald mal in der Bücherei!

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      • Nö, streng meinte sie es nicht. Nur zum schlapplachen. Sie hatte mit der Mutter ihres Freundes in Photoalben gestöbert und beide mussten feststellen, dass eine Art Übernächtigungsstyle durchaus en vogue war. Meine Versuche, so „cool“ auszusehen schlugen fehl, da mein Gesicht zu rund und kindlich war und ich die beknacktesten Frisuren zur Schau trug. Die Hühnerfrisur war eine denkwürdige Kurzhaardauerwelle, die ich mir ein paar Tage lang schön geredet hatte. Bis dann zwei Bürschchen von etwa 12 Jahren ganz in meiner Nähe mitten auf der Straße anfingen, übelst zu gackern. Ich fand es ziemlich lustig, dass sie so lustig waren und habe angesteckterweise mitgelacht. Mit einiger Verzögerung dann: öööööööhm, AHA! Von da an ging es frisurentechnisch bergauf 🙂
        Grüße, Pierrine Augat

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        • „Übernächtigungsstyle“ – das gefällt mir 😀
          Schade eigentlich, dass die Jungs sie damals von dieser legendären Frisur abgebracht haben. Sonst würden wir ja vielleicht bei Ihren Bücherei-Besuchen auch noch in den Genuss des Anblicks kommen 😉

          Danke auf jeden Fall für Ihre erfrischenden Kommentare 🙂

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