Aus dem Nähkästchen geplaudert: mein 17. Bücherrummel

Hallo liebe Leser,

die langen Stuhlreihen sind aufgelöst, die Büchereistandorte im Bürgerhaus und im Kaiserhof sind in den Morgenstunden wieder menschenleer: die diesjährige Erkrather Kinder- und Jugendbuchwoche, der Bücherrummel – ist am Freitag, dem 25. September mit den Veranstaltungen von Sarah Bosse zu Ende gegangen.

Am letzten Tag überrascht mich die Autorin Sarah Bosse mit dem Hinweis, dass sie in den vergangenen Jahren die letzten dreißig Bände von Enid Blytons „Fünf Freunde“ geschrieben hat. Den Kindern erklärt sie, dass der Name Enid Blyton geschützt ist, diese aber schon lange tot ist, und dass sie nun die fünf Freunde weiterleben lässt. Ihr Name steht immerhin im Innern des Buches.

Mein siebzehnter Bücherrummel in Erkrath, in jedem Jahr verbunden mit vielen Begegnungen, mit interessanten Autorinnen und Autoren, mit Puppenspielern und anderen Künstlern.

Einige Akteure kenne ich schon lange, weiß, dass es ihnen gelingen wird die Kinder mit ihren Geschichten zu fesseln. Andere Autoren sind das erste Mal in Erkrath, auch dieses Mal ein geglücktes Wagnis.

Der erste Tag beginnt mit einer Panne, denn eine der angemeldeten Schulklassen geht in den Kaiserhof, statt wie geplant ins Bürgerhaus. Christian Linker kommt auch mit der doppelten Menge an Schülern zurecht und erreicht sie mit seiner Geschichte „Stadt der Wölfe„. Selbst eineinhalb Wochen später fragen die Kinder nach, ob das Buch wieder auszuleihen ist – so muss es sein.

Christian Linker beim Bücherrummel 2015

Die bange Frage, ob man Zweit- und Drittklässler mit Goethes Zauberlehrling erreicht, stelle ich mir nun nicht mehr, denn Oliver Steller gelingt es furios. Und an die Spinne Martha wird sich so manches Kind noch  nach Jahren erinnern.

Oliver Steller beim Bücherrummel 2015

Schade, dass die Presseankündigung zur Krimilesung mit Lukas Erler durch Berichterstattung zur Bürgermeisterwahl untergegangen ist. So lauscht nur ein kleiner Kreis seinem spannenden Umweltkrimi.

Lukas Erler beim Bücherrummel in Erkrath 2015

Dafür ist am nächsten Morgen das Interesse der Oberstufenschüler des Gymnasiums am Neandertal sehr groß, als Lukas Erler seinen Jugendroman „Brennendes Wasser“  vorstellt und mit ihnen über das Thema Fracking diskutiert. Das bei den Siebtklässlern Umweltthemen nicht im Mittelpunkt ihres Interesses stehen, selbst wenn sie noch so spannend verpackt sind, dass wird durch die Unruhe in der zweiten Veranstaltung deutlich.

Bereits 1972 erschienen reißt mich und mehr als 200 Kinder der Kinderbuchklassiker von Mira Lobe mit dem Titel „Das kleine Ich-bin-Ich“ förmlich vom Hocker. Martin Hörster hat daraus ein mitreißendes Musical gemacht. Besonders anrührend ist für mich, dass Kinder aus dem Publikum, liebevoll von Martin Hörster verkleidet, die Hauptrollen in dem Stück übernehmen.

Martin Hörster beim Bücherrummel 2015

Die verrückten Geschichten von Guido Kasmann und Thomas Krüger leben besonders von der Art der Präsentation durch die Autoren – ein Genuss.

Es gäbe noch viel mehr dazu zu erzählen, aber dann müssten auch die 1.281 Kinder zu Wort kommen, die zu fast 100 Prozent mit „Hat mir gut gefallen“ abgestimmt haben.

So ist, wie in all den vorangegangen Jahren, nach dem Bücherrummel auch schon wieder vor dem Bücherrummel. Besonders freue ich mich auf den Bücherrummel 2017 – aber davon erzähle ich zu gegebener Zeit.

Bis bald mal, vielleicht in der Bücherei

Eure

Michaele Gincel-Reinhardt

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