Generation xy…aufgelöst (4)

Liebe Leser,

meine lieben Kollegen aus dem Kaiserhof haben unsere Generationen-Reihe bereits mit „süßen“ und „haarigen“ Themen gefüllt. Bei mir dreht sich heute alles ums Selbstporträt.

Als Vertreterin der Generation X präsentiere ich Euch stolz und etwas beschämt mein erstes und bis auf den heutigen Tag auch einziges Selfie:

Selbstfoto analog / digital bearbeitet

Analoges Selbstfoto digital bearbeitet

Ich stellte mich damals vor den Spiegel in unserem Flur und musste angestrengt beide Augen offenhalten, nur nicht zusammenkneifen … sieht ja sonst blöd aus 😉 . Als Bildunterschrift wählte ich im zarten Alter von elf Jahren: „Selbstfoto“.

Selbstfoto

Was war ich stolz auf meinen ersten Fotoapparat! Leider weiß ich die Modell-Nummer nicht mehr. Auf jeden Fall war es eine mechanische Kamera, in die ein Film eingelegt werden musste, so dass die Rädchen gut in die Filmperforation einhaken konnten, und so, dass der Film kein Licht zieht und vorzeitig belichtet ist, am besten im dunklen Kleiderschrank oder unter der Bettdecke. Beim Fotografieren, also beim Auslösen klickte es und ich musste mit einem Hebelchen den eingelegten Film weiter drehen, dann machte es Ratsch und klang ungefähr so: http://www.conservethesound.de/sound/kleinbildkamera-voigtlaender-vitessa-500s.html. Das liest sich jetzt ein wenig seltsam, aber meine Generationskollegen wissen was ich meine, oder?

Als der Film voll war, brachte ich ihn ins Fotolabor. Die Spannung stieg und nach ca. zwei Wochen konnte ich die Fotos endlich sehen. Erst jetzt wusste ich, ob ich die Blende richtig gewählt und die Schärfe richtig eingestellt hatte.
Ich weiß noch, dass ich bei diesem Foto damals besonders auf die Scharfeinstellung achten musste. Denn es war ja vor einem Spiegel und ich konnte beim Schauen durch den Sucher nicht wissen, ob das Bild nun scharf oder verschwommen war. Naja, Ihr seht ja selbst ;-).

Als ich dieses Fotos wieder entdeckte, fühlte ich mich ein wenig ertappt. Schüttle ich doch oft den Kopf über die Selfie-Flut heutzutage und denke mir, ohne die Gesichter wäre es ein schönes Motiv gewesen, warum immer diese Selbstdarstellung. (Ups, das war jetzt ein bisschen böse.) Tja, und nun habe ich mich selbst erwischt…

FotoalbenFotografieren ist mein Hobby geblieben. Ich habe es zwar nie zu fotografischen Meisterleistungen gebracht, und trotzdem habe ich noch immer Freude daran, Blickwinkel und Eindrücke auf Reisen und unterwegs festzuhalten.

Ich klebte meine Fotos Jahr für Jahr in Fotoalben und inzwischen brauchen sie fast ein extra Regal. Als altes Papierfotokind geh ich weiterhin auf Nummer sicher und gestalte für mich gedruckte Fotoalben aus meinen digitalen Bildern und freue mich, dass ich dabei keine Bilder einkleben muss. 🙂

Ich hoffe, Ihr hattet etwas Freude an meinem Generationen-Beitrag.
Eure Beate Sleegers

 

PS: Mein Web-Tipp für Euch: conserve the sound. Da gibt es noch viele alte Geräusche zu entdecken, z.B. auch aus der Bücherei. http://www.conservethesound.de/tag/buecherei

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Über b.sleegers

Arbeitet und bloggt für die Stadtbücherei Erkrath.

6 Kommentare zu “Generation xy…aufgelöst (4)

  1. War ja irgendwie spannend mit der analogen Fotografie. Man musste auch sparsam sein beim Fotografieren, denn Filme und Entwickeln haben richtig Geld gekostet. Und es blieb immer ein Risiko, denn vor dem Entwickeln konnte man das Bild ja nicht ansehen. Umso ärgerlicher, wenn das Fotomotiv die Augen zu hatte oder sonstwie ungünstig in die Kamera geblickt hatte. Ganz schnell waren die erwarteten tollen Fotos dann doch nicht so schön.

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    • Stimmt, spannend war es. Da uns das Entwickeln manchmal zu lange dauerte oder wir experimentieren wollten, wurden die Badezimmer in Fotolabore umfunktioniert. Das waren auch spannenden Momente, wenn langsam das Fotomotiv auf dem Fotopapier sichtbar wurde und man den Moment nicht verpassen durfte, wann das Bild aus dem Entwickler- in das Fixierbad gelegt werden musste, damit es nicht zu schwarz wurde. Aber an der Aufnahme konnte man nichts mehr ändern, wenn die Augen zu oder der Mund gerade schief offen stand, war auch das verewigt 😉 .

      Gefällt 1 Person

    • Auch wenn ich photographisch ein verwöhntes Digitalkind bin – die ersten Gehversuche mit der Pocketkamera zählen nicht – kenne ich den magischen Moment trotzdem, nachdem ich fünf Minuten durch Dreck gekraxelt bin und den richtigen Ausschnitt gefunden habe. Wenn die Aufnahme dann doof ist, kriege ich Anfälle, obwohl ich sofort reagieren kann. Perfektionismus bleibt. 🙂

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      • Ja, das kommt mir bekannt vor, dann hat man den richtigen Ausschnitt und auf einmal schieben sich Wolken vor die Sonne und die Wirkung ist eine ganz andere. Vielleicht hat man Glück, dass sich das gleich wieder ändert oder auch nicht ;-).

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  2. Ja! Freude! Habe im technischen Umbruch ein analoges Jahrespraktikum gemacht, was mich bis heute freut. Inclusive der Lacherfolge bei Kollegen in der absolut dunklen Farbdunkelkammer. Und dem argen Geschleppe von Ausrüstung z.B. im Steinbruch, weil der „Ausbilder“ macho drauf war. Unvergessen meine erster Knippsapparat so um 1972. RitschRatsch-Pocket. Sie hat mich eine Ewigkeit begleitet und würde wohl heute noch funktionieren, hätte ich sie nicht verloren. Lieber Gruß und ein bildhaft schönes Jahr 2016 von Pierrine Augat

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    • Ah, in einer Farbdunkelkammer war ich nie, muss aber lustig gewesen sein ;-). Vielen Dank für die lieben Grüße.
      Die nächsten Bilder gibt es hier, wenn Angela den Monatsbilderrückblick gestaltet. Wir dürfen wieder gespannt sein. Viele Grüße von Beate Sleegers

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