Auf gute Nachbarschaft! Teil 2.3

Liebe Leser,

wer es immer noch nicht mitbekommen hat: 😉 Wir wollten unsere Nachbarschaft im Kaiserhof vorstellen und sind bei unserer Expedition auf unsere Archivarin Frau Stubenhöfer gestoßen. Und weil Sie uns so viel Interessantes erzählen konnte, wollten wir, der besseren Lesebarkeit wegen, das Interview auf mehrere Teile ausdehnen. Also folgt heute der letzte Streich…

Und was sind Ihre persönlichen Highlights der vergangen 16 Jahre? Oder eine Geschichte an die Sie sich besonders gerne erinnern und nie vergessen werden?

Letzte Woche hatte ich so einen Fall, dass ich für jemanden etwas gefunden habe, sogar ein bisschen mehr als er erhofft hatte. Der schrieb mir dann eine begeisterte Email und bedankte sich überschwänglich, dass ihm jetzt die Familienforschung wieder Spaß machen würde, weil er einen sogenannten Missing Link zwischen zwei Familienzweigen gefunden hat. Da freut man sich natürlich auch mit. Für mich selber ist immer alles was mit historischer Aufarbeitung zu tun hat ein Schmankerl. Ich habe auf Wunsch des ehemaligen Bürgermeisters Arno Werner, ein Buch mit den Biografien der ehemaligen Erkrather Bürgermeistern geschrieben, was geleichzeitig auch eine kleine Stadtgeschichte von 1898 bis 1999 ist. Oder ich referiere beispielsweise über das Jahr 1915/1916 beim Bergischen Geschichtsverein. Diese Dinge machen mir sehr viel Spaß.

Was muss jemand haben, der Archivar werden möchte?

Man muss als Eigenschaft Geduld mitbringen und eine gewisse Ordnungsliebe muss auch sein, sonst verzettelt man sich. Natürlich auch eine Offenheit gegenüber allen Leuten und Dingen. Das sind wahrscheinlich so die wichtigsten Eigenschaften, wenn man das so sagen kann. 😉

Wo kann man sich über das Studium oder das Berufsbild des Archivars informieren?

Über die Homepage der Archivschule Marburg oder man fragt einfach bei einer Archivarin oder einem Archivar nach! 😉

Was können Sie uns noch zum Archiv hier in Erkrath erzählen?

Zum einen werden hier im Stadtarchiv in Erkrath Akten und sonstige Unterlagen, die aus der Arbeit der Stadtverwaltung erwachsen sind, aufbewahrt und so gelagert, dass sie eine möglichst lange Zeitspanne überdauern. Dabei sind raumklimatische Bedingungen aber auch die Verpackung und Lagerung zu berücksichtigen. Das sind beispielsweise Akten- und Tonbandmaterialien, Filme oder Amtsbücher mit Ratsprotokolle und Standesamtsunterlagen. Der zweite Teil der Sammlungen besteht in der Verwaltungsbibliothek, wo alte Gesetzestexte und -ausgaben vorgehalten werden, falls beispielsweise mal Streitigkeiten entstehen. Und dann gibt es natürlich noch den ganz breiten Bereich der historischen Sammlung, der nicht aus der Arbeit der Verwaltung entstanden ist. Das sind dann Dinge, die haben hier mit Orts- und Regionalgeschichte im weitesten Sinne zu tun. Darunter fallen Fotos, Karten, Pläne, sonstige Abbildungen, Zeitungen, Postkartensammlungen, eben alles was das Thema Stadtgeschichte betrifft. Daneben haben wir sogar noch einige nicht schriftliche Produkte, z.B. von Erkrather Firmen. Außerdem halte ich noch eine reine Arbeitsbibliothek vor, aus der ich natürlich nichts entleihen kann.

Wissen Sie wie groß ihr Archivbestand ist?

Genau weiß ich es nicht, es sind aber schätzungsweise über 5000 einzelne Akten, die Bilder kann man schon nicht mehr zählen. Normalerweise berechnen Archive ihren Bestand auch nach Regalmetern. 🙂 

Was war denn früher hier im Kaiserhof untergebracht?

Der Kaiserhof war bis 1955 eine Gaststätte. Der jetzige Kaiserhof ist 1985/1986 gebaut worden. An den alten Kaiserhof erinnert zum Beispiel noch „das Türmchen“ über dem Jugendcafé. Zum Kaiserhof gehörte früher ein großer Saal, da haben Bälle, politische und sonstige Versammlungen stattgefunden und er wurde für Kino- und Theatervorstellungen genutzt. Das war ein großer Komplex der weit hinten rein reichte. Und nebenan war schon wieder eine Fabrik.

Werbung für den Kaiserhof aus dem Jahr 1914. Abbildung: Stadtarchiv Erkrath.

Werbung für den Kaiserhof aus dem Jahr 1914.
Abbildung: Stadtarchiv Erkrath.

Luftbild vom Kaiserhof um ca. 1960. Abbildung: Stadtarchiv Erkrath.

Luftbild vom Kaiserhof um 1960.
Abbildung: Stadtarchiv Erkrath.

Liebe Frau Stubenhöfer, vielen Dank für das interessante Gespräch. Es hat mich sehr gefreut, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben!

Sehr gerne!

*****Ende der Aufzeichnung*****

So. Jetzt isses vollbracht. Die letzte Folge der Soap-Ausstrahlung ist über den Schirm geflimmert. Ich hoffe, es hat euch ein wenig Spaß gemacht. Doch halt! Ich höre, es kommt da noch was. Also freut euch schon auf’s nächste Mal! 🙂

Es grüßt euch herzlich eure

Angela Dauensteiner

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5 Kommentare zu “Auf gute Nachbarschaft! Teil 2.3

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