Willkommenskultur nicht nur für Flüchtlinge, auch für Helfer

Liebe Leser,

in unserer täglichen Arbeit bekommen wir oft mit, wie ihr an den verschiedensten Orten ehren- und amtlich im Dienst der Willkommenskultur unterwegs seid, um neu angekommenen Mitmenschen aus anderen Ländern hilfreich zur Seite zu stehen. Wir versuchen nach Kräften, euch dabei zu unterstützen 🙂

In lockerer Folge möchte ich euch deshalb hier besondere Medientipps aus unserem Bestand geben, die euch dabei von Nutzen sein können.

Nachdem ich euch vor einiger Zeit schon auf Medienlisten fürs Deutschlernen verlinkt habe, soll es nun weitergehen mit Tipps aus unserem Bestand.

Den Anfang mache ich mit zwei Geschichten für Kinder, die uns sensibilisieren können für die schweren Schicksale, die viele Flüchtlingsfamilien bisher verkraften mussten. Das Schöne an diesen sehr unterschiedlichen Büchern verrate ich euch direkt am Anfang: Es ist die hoffnungsvolle und optimistische Grundstimmung, aus der ihr Kraft und Bestätigung für euer Tun schöpfen könnt! Aber jetzt mal von Vorne. Los geht´s mit dem ersten Medientipp:

 

Mit dem kleinen Buch „Bestimmt wird alles gut“ haben Kirsten Boie und Jan Birck sich berechtigterweise schon auf der Spiegel-Bestsellerliste für Kinderbücher platziert. In unserem Bestand findet ihr es sowohl als Hardcover als auch als Hörbuch. Das Buch ist zweisprachig gedruckt und der arabische Text, welcher parallel zum deutschen abgedruckt ist, wurde von Mahmoud Hassanein übersetzt.

bei uns als Buch und Hörbuch erhältlich

bei uns als Buch und Hörbuch erhältlich

Die (wahre!) Geschichte ist aus der Sicht der zehnjährigen Rahaf erzählt, die mit ihrem neunjährigen Bruder Hassaf und den kleinen Schwestern Amal und Haia mit den Eltern aus Syrien fliehen musste. Der Abschied von Großeltern und Freunden, die Flucht übers Meer auf einem überfülltem Schiff, der Verlust des Gepäcks (und darin Rahafs Puppe) durch skrupellose Schleuser, all das wird sehr realistisch geschildert und illustriert. Bemerkenswert ist die konsequente Erzählperspektive: Rahaf, selbst noch ein Kind, empfindet sehr deutlich, dass vor allem die kleinen drei- und vierjährigen Schwestern in dieser Extremsituation Mamas und Papas ganze Aufmerksamkeit brauchen: „Mama hatte Amal und Haia auf dem Schoß. (…) Für so kleine Kinder war es ja gefährlich auf dem Schiff. So kleine Kinder können schließlich leicht ins Wasser fallen. Rahaf und Hassan haben bei niemandem auf dem Schoß gesessen.“ – Auf der weiteren Flucht gibt es aber auch hoffnungsvolle Momente für die Familie: ein Schaffner, der sie ohne Fahrkarte durchwinkt, Dolmetscher, ein Wiedersehen mit Bekannten aus Syrien, die auch auf der Flucht sind. Nach vielen Durchgangsstationen landet die Familie vorerst in einem Wohncontainer in einer deutschen Kleinstadt. Dort freundet Rahaf sich in der Schule mit Emma an und lernt durch sie erste deutsche Wörter. „Bestimmt wird alles gut“ – dieser Satz zieht sich als Hoffnungsschimmer durch die Geschichte, die rückblickend erzählt wird, denn heute ist Rahaf bereits zwölf Jahre alt und hofft, dass ihr Vater bald wieder arbeiten darf, vielleicht sogar in seinem Beruf als Arzt.  Im Anhang gibt es noch einige Seiten mit „ersten Wörtern und Sätzen zum Deutsch- und Arabischlernen“. Das Buch dürfte für Kinder ab 8 Jahren gut einsetzbar sein. In Gruppen oder Klassen, zu denen auch Flüchtlingskinder gehören, sollte allerdings bedacht werden, dass die Geschichte betroffenen Kindern sehr nahe gehen wird. Vielleicht kann hierbei die Whiteboard-Version mit pädagogischem Begleitmaterial auf www.onilo.de von Nutzen sein. Da das Buch vom Inhalt her „keine leichte Kost“ ist, bin ich gespannt, welche Erfahrungen ihr damit macht. Vielleicht lasst ihr uns ja an dieser Stelle daran teilhaben?

Wenn ich mich das nächste Mal bei euch zu Wort melde, werde ich euch „Zafira – ein Mädchen aus Syrien“ vorstellen. Bis dahin wünsche ich euch sonnige (Lese-)tage

Anne Heimansberg-Schmidt

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