Bücherrummel 2016: Wenn die Büchereileiterin Schnappatmung bekommt …

Liebe Leser,amigos-4

heute möchte ich von dem furiosen Ende der diesjährigen Kinder- und Jugendbuchwoche, dem Bücherrummel berichten. In diesem Jahr fanden 16 Veranstaltungen statt, davon 12 Großveranstaltungen, an denen insgesamt 1375 Kinder teilnahmen.

Und welche Veranstaltung hat mein Herz besonders berührt: „Amigos – Freunde für immer“ Schon früh am Morgen reiste Wolfgang Kaup-Wellfonder vom Wodo Puppenspiel aus Mülheim/ Ruhr an. In Windeseile wurde aus der Stadtbücherei im Kaiserhof ein kleiner Theatersaal. Zur ersten Veranstaltung kamen 104 Kinder, das Licht ging aus und es wurde mucksmäuschenstill.

Pedro, der Hund mit dem großen S0mbrero, gerade auf dem Weg in die weite Welt, scheiterte schon an der ersten Ampel. Was war bloß los mit ihm? Die Katze Rosalie gesellte sich zu ihm, allerdings sehr langsam auf Krücken. Nun nahm die Geschichte ihren Lauf: der Hund war blind, die Katze lahm. Sie ergänzten sich perfekt, der Hund trug die Katze und diese schaute für ihn, ob die Straße zum Überqueren frei war. Ob sie nun gemeinsam auf Reisen gingen? Was die Kinder insgeheim hofften, bewahrheitete sich leider nicht. Jeder der beiden zog alleine los, aber letztlich fanden sie zusammen. „Man muss nicht perfekt sein, wenn man die richtigen Freunde findet, die wie Pech und Schwefel  zusammenhalten.“ So lautete die Botschaft am Ende der Geschichte.

 

 

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Und was führte letztendlich zur Schnappatmung: eine kleine Flasche, Essig, ein Metallspitzer und ein Luftballon. Versierte Radiohörer hätten mich vielleicht vorwarnen können, denn im KinderRadioKanal wird regelmäßig aus „Heckers Hexenkücke“ gesendet. Aber ich war völlig ahnungslos. Der nette Ingenieur Joachim Hecker reiste mit großen Koffern an, aus denen Alltägliches hervorkam: Spitzer, Luftballons, Schüsseln, Flaschen, eine Windel – aber auch Seltsames: geheimnisvolle Fläschchen und seltsame Apparaturen. Und dann ging es los! Die Kinder, dicht gedrängt auf dem Teppichtheaterboden sitzend, folgten gespannt dem Geschehen; Mutige stellten sich für Experimente zur Verfügung. Wie hört es sich an, wenn Kaugeräusche mit einem Stethoskop, verstärkt durch einen Lautsprecher, vom Kopf des Kauenden übertragen werden? Warum leitet unser Körper Strom? Die Finger der Schüler schnellten in die Höhe, die Antwort kam spontan. Wie zaubert man Kunstschnee und was hat das mit den Astronauten zu tun, die im Weltall Windeln tragen? Joachim Hecker erklärte nur wenig, begeisterte mit den Experimenten und gab so die Antworten. Aber eines der Experimente ließ meinen Atem stocken. Er gab in eine kleine Flasche, die knapp bis zur Hälfte mit Essig gefüllt war, einen Metallspitzer und stülpte über die Öffnung einen Luftballon. Der Luftballon füllte sich langsam mit Gas. Joachim Hecker erklärte den Kindern wie es entsteht. Die Spannung stiegt, es erfolgte eine kleine Knallgasexplosion.  Die Kinder jubelten, aber ich bekam Schnappatmung. Eines weiß ich jetzt sicher: so macht Naturwissenschaft richtig Spaß!!!

Wie in jedem Jahr kam schon bei den Planungen die Frage auf, ob die ausgewählten Veranstaltungen, die eingeladenen Autorinnen und Autoren, die richtige Wahl sind. Ob die Veranstaltungen von den Schulen angenommen werden. Ob das Ziel erreicht wird, dass die Kinder fürs Lesen begeistert werden können oder, wie in diesem Jahr, ob die Themen Naturwissenschaft, Medizin, Inklusion und Trauerverarbeitung das Interesse der Kinder wecken.

Die Begeisterung der Kinder bestätigte, dass die richtige Auswahl getroffen wurde. Das macht Mut für die Planung des nächsten Bücherrummels, der schon zur Tradition gewordenen Erkrather Kinder- und Jugendbuchwoche.

Nicht versäumen möchte ich den Dank an den Friedrich Bödecker Kreis für die Organisation der Lesungen und besonders an erkrath initial e.V. für die finanzielle Unterstützung, ohne die wir die Medizinerin Frau Dr. Mottl-Link mit der „Reise durch den Körper“ und Joachim Hecker mit „Heckers Hexenküche“ nicht hätten einladen können.

Herzliche Grüße

Eure

Michaele Gincel-Reinhardt

 

 

 

 

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4 Kommentare zu “Bücherrummel 2016: Wenn die Büchereileiterin Schnappatmung bekommt …

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