Musiktipp: Locomotiv GT – Egy dal azokért, akik nincsenek itt

Liebe Leser,

wir möchten euch gerne einen Musiktipp, -clip oder anderes musikalisches Gut vorstellen.

Manchmal frage ich mich, ob es in einer Zeit vor dem Internet, vor eingebetteten Videos auf Social-Media-Kanälen und vor den Bravo-Hits-Doppel-CDs nicht doch schöner war. Zumindest, wenn man sich vorstellt, man müsste in den lokalen Plattenshop (oder ähnliches) gehen, um neue Musik zu finden. Natürlich war man in keiner Weise auf sich allein gestellt, denn es waren doch oft andere Menschen im Plattenladen da, mit denen man sich austauschen konnte – ungeachtet dessen das Radio, Neuerscheinungslisten und die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda unter Freunden.

Der Plattenladen. CC0 Creative Commons

Diese Art der Musikgespräche unter Freunden ist, gottlob, noch nicht ausgestorben. Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem guten Freund über die Musik in der UdSSR. Er empfahl mir die Ungarische Band Locomotiv GT (oder LGT), dessen Stil Jazz mit Hard Rock kombiniert und die seines Erachtens das Sowjetische Pendant zu Jimi Hendrix gewesen waren.

Wer sich etwas mit der damaligen Zeit auskennt, kennt auch das „Altamont Free Concert“. Dieses 1969 stattgefundene Konzert ist heutzutage mehr oder weniger zum Symbol geworden für das Ende der Hippie-Zeit und der Unschuld Amerikas.  Über die Ereignisse, die sich während des Altamont Free Concerts abspielten, schrieb Tibor Déry das Stück „Fiktiver Report über ein amerikanisches Pop-Festival“, welches in Deutscher Übersetzung 1977 erstmals in Leipzig aufgeführt wurde. Dessen Musik war von Locomotiv GT komponiert worden, für die Deutsche Übersetzung spielten als Coverband die Nautiks, die übrigens später in der DDR wegen „illegales Einführen von West-Equipment“ Auftrittsverbot nebst Geld- und Freiheitsstrafen bekamen. Das nur nebenbei.

Das Lied „Egy dal azokért, akik nincsenek itt“ wurde, soweit ich weiß, von Gábor Presser geschrieben im Jahr, in dem sein Vater starb. Es heißt übersetzt „Ein Lied für diejenigen, die nicht hier sind“ und weil ich die Google-Übersetzung der ersten Strophe so schaurig-schön finde, möchte ich sie Euch nicht vorenthalten:

Nur Dunkelheit kommt in die halbe Welt,
Und es gibt kein Heilmittel für Enttäuschung,
Und der Schatten ist größer als das Licht.
Höre zu, dass jemand fragt.

Das mag jetzt sehr düster klingen, aber man kann es auch so interpretieren, dass man für andere gerade wegen der Dunkelheit ein Licht sein soll. Und hier möchte ich direkt anknüpfen und Euch, liebe Leser, dazu auffordern, in der Zeit zwischen den Feiertagen mal jemanden zuzuhören, der reden möchte. Sei es ein Verwandter, Bekannter oder ein Fremder auf der Strasse. 🙂

 

Viel Spaß beim Hören und einen schönen Tag!

von Philip Orr

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3 Kommentare zu “Musiktipp: Locomotiv GT – Egy dal azokért, akik nincsenek itt

  1. Pingback: Musiktipp – Johnny Collins – „Leave Her Johnny“ | Die Stadtbücherei Erkrath bloggt

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