Die Stadtbücherei Erkrath heute – ein paar Gedanken

Wenn Leute erfahren, dass ich in einer Bücherei arbeite, fragen sie mich oft, ob Büchereien denn nicht langsam aussterben. Man schaue doch heute lieber schnell ins Internet, anstatt ein Sachbuch in der Bücherei zu suchen?! Das stimmt auch – aber nur teilweise. Wenn z.B. ein/e Schüler/in ein Referat über Schildkröten halten soll, muss er oder sie zunächst einmal im Internet die Informationen finden können, die er oder sie braucht. Das ist gar nicht so einfach. Für viele LehrerInnen ist nämlich Wikipedia tabu. Und auch die Informationen auf den anderen Seiten, die bei der google-Suche auftauchen, sind schwer zu beurteilen: Schreibt dort ein/e Hobby-Schildkrötenliebhaber/in oder ein/e ausgebildeter Zoologe/in? Dort kommen wir doch wieder ins Spiel: Bei uns lernen SchülerInnen, wie man im Internet recherchieren und die Informationen bewerten kann. Und in einem Buch über Schildkröten ist alles übersichtlich dargestellt und es enthält gesicherte Informationen.

Beliebter als die Sachbücher sind jedoch die Romane. Romane lesen ist nicht out. Es ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Aber die gibt es doch mittlerweile elektronisch, sagen mir manchen Leute. Ja und? Ob in gedruckter oder elektronischer Form, macht zunächst einmal keinen Unterschied für uns: In beiden Formen wählen wir sie aus, kaufen sie ein und machen sie in unserem Katalog auffindbar, sodass alle Erkrather BürgerInnen sie ausleihen können. Aber was, wenn es in Zukunft Bücher nur noch elektronisch gibt? Wird dann die Bücherei als Ort nicht überflüssig? Klingt logisch, aber wo werden dann die Kinder auf das Lesenlernen vorbereitet, wie bei unseren Lesestart-Veranstaltungen, wobei sich auch die Eltern treffen um sich auszutauschen? Wo treffen sich dann all die Lerngruppen, finden Autorenlesungen statt, kommt die Gruppe Runter vom Sofa zusammen, um über aktuelle gesellschaftliche Themen zu diskutieren und und und?

Die Lesezwerge: Großeltern, Eltern und Kinder treffen sich

Wir sind längst zu einer Art „Bürgerzentrum“ geworden, wo man Menschen mit gleichen Interessen treffen und sich austauschen kann, eine Tasse Kaffee trinken kann, währen die Kinder in der Spielecke spielen. Wir verstehen uns als Wohnzimmer der Stadt Erkrath. Auch kommen zu uns viele BürgerInnen, um nach allerlei Informationen zu fragen, gelbe Säcke oder Steuerformulare mitzunehmen oder aus dem Kreativregal Material zum Upcyling mitzunehmen.

Unser Kreativregal im Bürgerhaus

Bei uns kann man  Dinge ausleihen und teilen. Dabei sparen wir Geld und Ressourcen, und das ist in. Stichwörter Carsharing und Giveboxen. Und auch bei uns gibt es längst nicht mehr nur Bücher. Filme, Hörbücher und Brettspiele gehören ja schon lange fest zur heutigen Freizeitgestaltung. Warum nicht auch Discmans ausleihen, damit man mit den bei uns ausleihbaren Sprachkursen unterwegs lernen kann? Meine Kollegin hat vor kurzem einmal einen Einblick gegeben, was wir mittlerweile alles verleihen.

Natürlich gibt es bei uns noch viel viel mehr zu entdecken, aber dieser Beitrag ist schon lang genug. Wer mehr wissen möchte, kann unser Profil und unsere Ziele auf unserer Homepage nachlesen. 🙂

Eure Anna Bruske

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