Buchcover selbst genäht

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Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich euch zeigen, wie ihr ein Buchcover aus Stoff selbst nähen könnt!
So ein Cover sieht nicht nur schick aus, sondern schützt eure Bücher auch vor Schmutz und groben Knicken. Alles, was ihr dafür braucht, sind ein oder zwei schöne Stoffe, die euch gefallen (einer für außen und einen für innen, ihr könnt aber auch denselben Stoff für beide Seiten nehmen – sie sollten aber nicht dehnbar und nicht zu dünn sein!) ein langes Lineal oder Maßband, ein Band oder eine Kordel, sowie natürlich eine Nähmaschine, Faden und Schere, und einen Bleistift oder Schneiderkreide zum markieren.

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Da die Romane, die ich mir zugelegt habe, leider ein sehr dünnes Cover haben, habe ich zusätzlich etwas Bügelvlies zwischen die Lagen gepackt, was das Ganze ein bisschen besser stabilisiert. So ein Vlies gibt es in allen möglichen Stärken und Dicken, von flauschig bis fest, und ihr findet sie in den meisten Nähgeschäften auf Rollen, ähnlich wie die Stoffe, die euch dann zugeschnitten werden.

Wie man die Maße nimmt:

Messt als erstes die Größe eures Buches aus – wir brauchen die Breite und Höhe des Covers, als auch des Buchrückens.
Addiert dann die Breite des Covers, des Buchrückens, der Rückseite und rechnet nochmal 6mm (3mm Spiel pro Seite) dazu. Zusätzlich brauchen wir noch einen Umschlag pro Seite. Dafür könnt ihr z.B. die Hälfte des Covers nehmen.
Für die Höhe nehmt ihr einfach die eures Buches, plus 6mm Spiel.

Als Beispiel: mein Buch hat die Maße 10,5 cm (Breite) x 14,8 cm (Höhe) (japanische Romane sind viel, viel kleiner als z.B. deutsche, also nicht wundern!).
Es ergibt sich also folgende Rechnung für den Stoffzuschnitt:

Breite: 10,5 cm (Cover) + 10,5 cm (Rückseite) + 1,2 cm (Buchrücken) + 5 cm (Umschlag) + 5 cm (Umschlag) + 0,6cm (Spiel am Rand) = 32,8 cm

Höhe: 14,8 cm (Höhe des Buches) + 0,6 cm (Spiel am Rand) = 15,4 cm

32,8 cm x 15,4 cm sind also die Maße meines Covers.

Stoffzuschnitt

Nun wird genäht!

Bügelt eure Stoffe am besten vorher, damit ihr keine Falten habt. Übertragt dann eure Maße auf die Stoffe (nehmt dazu am besten ein Geodreieck oder euer Buch als Vorlage, damit ihr einen rechten Winkel hinbekommt). An dieser Linie wird gleich genäht. Addiert nun rundherum an allen Seiten je 1cm Nahtzugabe und schneidet die beiden Teile aus.

(Für meine Verstärkung habe ich die Maße ohne Spiel und Zugabe aus Vlies ausgeschnitten und auf die linke Seite des Außenstoffs aufgebügelt. So klebt das Vlies am Stoff und verrutscht nicht mehr. Das Teil für den Buchrücken habe ich ein bisschen schmaler ausgeschnitten, damit man das Buchcover nachher besser knicken kann.)

Legt die beiden Stoffteile rechts auf rechts aufeinander (das heißt die schönen Seiten, die ihr später von außen sehen möchtet). Näht nun entlang der Linie einer kurzen Seite die Stoffe aneinander. Auf der anderen kurzen Seite lasst ihr eine Lücke von ca. 1/3 der Höhe des Buches, damit ihr das Cover später umstülpen könnt (solltet ihr eine Verstärkung wie meine einbauen, dann lasst eine größere Lücke, sonst wird das später etwas schwierig! Meine Lücke war zu eng und ich musste die Naht wieder auftrennen).

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Das graue ist keine Pappe, sondern Vlies 😛

Klappt das Cover um und bügelt die Nähte schön glatt. Optional: ihr könnt an der Stoffkante entlang steppen, das heißt, ihr näht ganz dicht am Rand entlang. Das sieht schön aus und die Stoffe können nicht mehr verrutschen. Klappt die Stoffe nun nochmal um und bügelt eure Umschläge auf beiden Seiten wie auf dem Foto. Denkt dabei daran, die 3mm Spiel am Rand zu lassen!

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Näht nun die langen Seiten eures Buchcovers zu. Optional: wenn ihr ein Bändchen als Lesezeichen an eurem Buchcover haben möchtet, dann legt es so wie im Foto unten zwischen eure Stofflagen am oberen Rand (es schaut also nur das Ende des Bändchens oben raus, der Rest liegt zwischen den Stoffen) und näht es mit ein. Näht dann die untere Seite des Covers zu. Achtet dabei darauf, dass ihr nicht aus Versehen das Bändchen mit festnäht!

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Schneidet nun die Ecken ab, damit sich nach dem Umstülpen im Inneren des Covers an den Ecken kein Stoff knüllt. Natürlich nicht zu nah an der Naht!

Nun wird es ein bisschen knifflig: stülpt das Cover durch die Lücke an der kurzen Seite, die ihr am Anfang gelassen habt, um. Mit einem Bleistift oder etwas ähnlich geformten kommt ihr gut in die Ecken. Nun braucht ihr nur noch die Lücke per Hand zuzunähen und voilà!

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