Mein Leseleben – ein Gastbeitrag

Michael, regelmäßiger Leser unseres Bücherei-Blogs, hat mit großem Interesse unsere Blogbeiträge „Sag mir, was du liest … Ein Interview mit uns“ verfolgt, in denen sich das Team vorstellt. Das hat ihn zu diesem Gastbeitrag inspiriert, in dem er von seinen Leseerlebnissen erzählt. Wir haben dazu ein kurzes Interview zu Michaels „Leseleben“ geführt.

Christin: Hallo Michael, was waren deine ersten Erfahrungen mit Büchern?

Ich kann mich nur noch an ein Bilderbuch erinnern, das meine Patentante mir geschenkt hat: Die große Reise des kleinen Lutz von Zacharias Topelius. Und eine Großtante, die in der Einliegerwohnung unseres Hauses wohnte, hat mir in ihrer liebevollen Weise früh das Lesen beigebracht. Meine liebsten Kinderbücher waren: Das Eselchen Grisella von Heinrich Maria Denneborg und Gespenster essen kein Sauerkraut von Gina Ruck-Pauquèt, aber auch die Kindersachbuchreihe Was ist Was.  

Christin: Gab es ein besonderes Leseerlebnis in deiner Kindheit?

Die Geschichte vom Eselchen Grisella habe ich gelesen, als ich im dritten Schuljahr war. Ich lag in meinem Bett auf dem Bauch und hatte das Buch vor mir. Neben mir lag mein zwei Jahre jüngerer Bruder. Weil ich die Geschichte so toll fand und er noch nicht richtig lesen konnte, las ich ihm vor. Als aber die Stelle kam, wo das Eselchen verkauft wurde, fing mein Bruder an zu schluchzen. Da kamen auch mir die Tränen und dann haben wir uns umarmt und weiter gelesen bis zum Happy End.

Christin: Hast du ein Genre besonders gern gelesen?

Ja, Reiseliteratur! Das Bilderbuch von meiner Patentante war dafür wohl wegweisend. Nach fünfzehn Bänden von Karl May, Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, 20.000 Meilen unter dem Meer und Reise um die Erde in 80 Tagen von Jules Verne, Die Schatzinsel, Robinson Crusoe, Der Seewolf, Moby Dick, Lederstrumpf und etlichen anderen in der frühen Jugendzeit habe ich dann zahlreiche Berichte über real stattgefundene Reisen gelesen, z.B. die Logbücher der Reisen von Kapitän James Cook und die Berichte über die Forschungsreisen von Thor Heyerdahl, teilweise auch die Wanderungen durch die Mark Brandenburg von Theodor Fontane. Hinzu kamen Erzählungen, wie Aus dem Leben eines Taugenichts von Joseph von Eichendorff und Narziß und Goldmund von Hermann Hesse.

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Christin: Hast du noch andere Anregungen zum Lesen bekommen?

Schon im Vorschulalter faszinierte mich die Studierecke meines pensionierten Opas. Da saß er am Schreibtisch, hatte ein offenes Buch vor sich, mehrere neben sich und ganz viele im Bücherschrank. So wollte ich auch mal werden.
Während meiner Jugendzeit hielt mir mal ein Onkel eine Monographie über Albert Schweitzer hin und sagte: „Lies das mal! Du wirst begeistert sein.“ Das war ich dann auch und habe noch etliche Monographien gelesen, hauptsächlich aus der bekannten Reihe Rowohlts Monographien.  

Christin: Du hast dich auch mit Religion beschäftigt.

Ja, nachdem ich als Kind gern Die Bibel in Bildern von Julius Schnorr von Carolsfeld angesehen habe, habe ich dann als Siebzehnjähriger die Bibel richtig gelesen. Später entschloss ich mich, Theologie zu studieren, wofür viel Fachliteratur zu lesen war.

Christin: Und aktuell?

In den letzten Jahren habe ich fast ausschließlich Fachliteratur gelesen. Das hängt mit meinem politischen und kirchlichen Engagement zusammen. Und ich habe bereits fünf Enkelkinder, bis fünf Jahre alt, mit denen lese ich wieder Bilderbücher.

Christin: Ich danke dir.

Gern geschehen!

Um damit schließt sich der Kreis von Michaels „Leseleben“. Ihr möchtet uns gern auch von eurem Leseleben erzählen? Dann kommentiert diesen Blogbeitrag oder schreibt uns eine Mail. Vielleicht bist auch du ein spannender Interviewpartner.

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