Ex libris… Aus den Büchern der Stadtbücherei – Nähen mit Webware und Jersey

Ex…was??? Ex libris ist Latein und bedeutet soviel wie „Aus den Büchern von..“ oder „Dieses Buch gehört…“. Früher hat man es in seine eigenen Bücher geschrieben oder meist gestempelt zusammen mit seinem Namen. So wie unsere Bücher auch einen Eigentumsstempel haben. In dieser Reihe möchten wir euch Tipps aus unseren Sachbüchern vorstellen, die wir (oder auch ihr!) schon ausprobiert haben. Kochrezepte, DIY-Ideen, Wanderrouten, ganz egal.

Kleidung nähen ist ein Hobby von mir. Bisher habe ich mir Schnittmuster gekauft, da ich hauptsächlich aufwendige Kostüme genäht habe, die allerdings weniger alltagstauglich sind. Mit zwei Büchern habe ich nun angefangen, Kleidung für den Alltag zu nähen. Wie das geht, zeige ich euch hier. Die beiden Bücher, aus denen ich Vorlagen benutzt habe heißen: „Jersey nähen – easy Basics“ und „Basics aus Webware nähen„, beide von Julia Korff.

Praktische Yogahose aus Sweatshirtstoff

Frei nach Konfuzius „Das erste Kleidungsstück nähst du für deinen Feind, das zweite für deinen Freund und das dritte für dich selbst“ ist meine Partnerin mein erstes „Nähopfer“. Sie hat sich in das Modell „Praktische Yogahose“ von S. 90 aus dem Jersey-Nähbuch entschieden. Als erstes heißt es aber das passende Schnittmuster vom Schnittmusterbogen im Wirrwarr der Linien zu suchen und die passende Größe zu kopieren.

Stoff für gleich zwei Kuschelhosen hatten wir bereits im Dezember besorgt. Es sollten keine Yogahosen werden, sondern gemütlich Home(office)-Hosen, weit und innen sehr flauschig. Der Stoff wird mit den ausgeschnittenen Schnittmusterteilen zugeschnitten, allerdings gebe ich etwas zu, da die Hose deutlich weiter werden soll. Zusätzlich schneide ich zwei Taschen aus einem anderen Schnittmuster zu, die ich in den Schnitt mit einfließen lassen möchte. Nahtzugaben müssen extra gezeichnet werden.

Genäht ist die erste Hose schnell. Die Anleitung ist sehr einfach und gut erklärt. Mit dem Taillenbund tue ich mich schwer, der ist auch leider nicht so gut geworden. Aber seht selbst: Das neue Lieblingsteil von meiner Frau!

 

Nachdem die erste Hose passt, nähe ich gleich dasselbe nochmals in Grün (also Grün/Beige/Doubleface). Die erste war dann doch sehr weit, so dass ich bei der nächsten wieder zum ursprünglichen Schnitt zurückgehe. Allerdings dreht es mir beim Auflegen der Schnittmusterteile das Hirn rum, denn ich muss genau darauf achten, was nachher innen und außen ist. Denn das ist das Ergebnis:

 

Oberteile aus Viskosejersey und Viskose

Jetzt bin ich aber dran. Ich habe mir gleich zwei Modelle aus dem Webware-Buch ausgesucht. „Bluse mit Stehkragen“ von Seite 32 und „Blusenshirt mit V-Ausschnitt“ von Seite 8. Beide Teile sollten natürlich aus Webware gefertigt werden. Allerdings lacht mich im Laden ein Viskosejersey an. Für das zweite Stück nehme ich eine feine Viskose mit.

Zunächst heißt es aber hier auch auf den Schnittmusterbögen, die eigentlichen Schnitte zu identifizieren, die richtige Größe auszuwählen, den Schnitt zu kopieren und dann natürlich alles zuschneiden mit zusätzlicher Nahtzugabe.

Der Viskosejersey macht mir trotz Superstretch-Nadel beim Nähen keine Freude. Er wird schlecht von meiner Nähmaschine transportiert, verzieht sich und wirft kleine Falten. Den Saum schlage ich nicht um, sondern nähe mit feinen Zickzackstich einen Rollsaum. Als Highlight benutze ich für den Verschluss des Stehkragen zwei schwarze Glasknöpfe aus dem LWL Museum Glashütte Gernheim. Das Finish machen die aufbügelbaren Glitzersteine.

Weiter geht es mit meinem dunkel bordeauxrotem Viskose-Stoff. Der wird nun zum Blusenshirt mit V-Ausschnitt. Allerdings verwende ich nicht die vorgesehenen langen Ärmel, sondern nehme die Ärmel von „Kleid mit Flügelärmeln“ von Seite 36, die sich hervorragend austauschen lassen. Leider sind meine Schultern am Ende doch etwas breiter als der Rücken des Schnittmusters. Daher spannt das Shirt. Aber wenn ich die Arme hängen lasse, sollte es gehen 😉

Wenn den Schnitt nochmals verwende, muss ich die Rückenbreite wohl ändern. Aber für den ersten Versuch war es ziemlich gut. Ich mag die beiden Teile jedenfalls sehr.

Vielen Dank für’s Lesen!

Eure Christin Barthelmie

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