Projekt Makerspace (1): Was ist ein Makerspace?

Maker-was? Was ist das? „Makerspace“ lautet unser neues Projekt. Seit längerem schon haben wir es ins Auge gefasst und vor kurzem hatten wir eine Schulung zu dem Thema, während der wir angefangen haben, das Projekt zu planen. Dieses Projekt hängt damit zusammen, wie wir uns als Bibliothek heutzutage definieren, mit unserem Selbstverständnis und unseren Zielen. In diesem Blogbeitrag hat meine Kollegin beschrieben, dass wir ein Ort sind, an dem man nicht nur Bücher, sondern auch andere Dinge ausleihen oder teilen kann. Außerdem sind wir natürlich eine Bildungseinrichtung. Die Stadt Erkrath bietet ihren BürgerInnen diesen Ort, um zu ihrer Bildung und Freizeitgestaltung beizutragen. Und wie wir alle wissen, lernt man nicht nur aus Büchern. Viele Dinge lernt man besser, indem man sie selbst tut. Sie ausprobiert. Und das macht man in einem Makerspace: Es ist ein Ort zum (Selber-)Machen. Zum Lernen durch Machen. Weiterlesen

Advertisements

Die Stadtbücherei Erkrath heute – ein paar Gedanken

Wenn Leute erfahren, dass ich in einer Bücherei arbeite, fragen sie mich oft, ob Büchereien denn nicht langsam aussterben. Man schaue doch heute lieber schnell ins Internet, anstatt ein Sachbuch in der Bücherei zu suchen?! Das stimmt auch – aber nur teilweise. Wenn z.B. ein/e Schüler/in ein Referat über Schildkröten halten soll, muss er oder sie zunächst einmal im Internet die Informationen finden können, die er oder sie braucht. Das ist gar nicht so einfach. Für viele LehrerInnen ist nämlich Wikipedia tabu. Und auch die Informationen auf den anderen Seiten, die bei der google-Suche auftauchen, sind schwer zu beurteilen: Schreibt dort ein/e Hobby-Schildkrötenliebhaber/in oder ein/e ausgebildeter Zoologe/in? Dort kommen wir doch wieder ins Spiel: Bei uns lernen SchülerInnen, wie man im Internet recherchieren und die Informationen bewerten kann. Und in einem Buch über Schildkröten ist alles übersichtlich dargestellt und es enthält gesicherte Informationen. Weiterlesen

Mein 12. April in der Stadtbücherei Erkrath – #12von12

Was passiert denn eigentlich hinter den Kulissen in einer Stadtbücherei? Heute zeige ich euch, was ich so mache. 🙂

Meine persönliche Frühstücksempfehlung: Haferbrei aus Soja Drink (Schoko) und Haferflocken. ;-P

In der Rückgabebox ist heute nicht so viel.

Zuerst sortiere ich die Bücher, die gestern zurückgekommen sind, wieder ins Regal…

Weiterlesen

Die Geschichte des Kaspanaze

Heute möchte ich euch einen historischen Roman vorstellen, der mich sehr berührt hat. Er handelt von einem Phänomen, das mir bis dahin unbekannt war: Den Schwabenkindern. Dabei handelt es sich nicht um Kinder von Schwaben, sondern um Kinder aus den bitterarmen Bergregionen der Schweiz, Österreich und Liechtenstein, die jahrhundertelang den Sommer über in die schwäbischen Regionen zum Arbeiten geschickt wurden, da die Eltern sie nicht versorgen konnten. Erschüttert hat mich die Tatsache, dass es diese sogenannten „Schwabengänger“ bis in die 1920er Jahre gab.

Der Roman erzählt diese Geschehnisse anhand des Jungen Kaspanaze, der 1868 im Alter von 8 Jahren das erste Mal von Zuhause weggeschickt wird. Die Lebensbedingungen zu Hause im Bregenzerwald, sowie seine Erlebnisse bei den Schwaben, die für heutige Westeuropäer schwer vorstellbar sind, werden anschaulich dargestellt. Er landet zunächst bei einem gewalttätigen Bauern, aber er trifft auch auf Leute, die ihm wohlgesonnen sind, sich um ihn kümmern und ihm schöne Momente schaffen. Die Geschichte erzählt, wie der Junge das Heimweh, die Kinderarbeit, die emotionale Vernachlässigung erlebt, andererseits sich aber das erste Mal in seinem Leben satt essen kann und neue, für ihn aufregende Dinge kennen lernt, die es zuhause in den Bergen noch nicht gibt. Ihr seht schon, es ist ein ernstes Werk, also nichts für schwache Nerven!

Elmar Bereuter – Die Schwabenkinder

Diese Lebenswelt ist gar nicht so lange her, und doch ist sie so grundverschieden von unserer. Das Werk macht deutlich, wie sehr sich unsere Lebensumstände im letzten Jahrhundert verändert und vor allem verbessert haben! Unsere „Wohlstandssorgen“ von heute erscheinen im Gegensatz dazu in einem anderen Licht.

Die Schwabenkinder von Elmar Bereuter könnt ihr in gedruckter Form in der Stadtbücherei im Kaiserhof ausleihen oder als Hörbuch in der Onleihe. 

Eure Anna Bruske

Neue Ideen für das Kamishibai

Liebe Freunde des kreativen Geschichtenerzählens!

Nachdem ich nun schon ein paar Veranstaltungen für die Vorschulkinder mit dem Kamishibai gemacht habe, gebe ich zu, dass mich das Kamishibai-Fieber gepackt hat ;-)! Es macht total Spaß, damit Geschichten zu erzählen, und auf jeder Seite entdecken die Kinder etwas, was man als Erwachsener nicht so detailliert wahrnimmt. Im März werde ich es bei den Lesezwergen , das ist unsere Veranstaltung für 2-4-Jährige, ausprobieren. Mal sehen, wie das bei den Kleinen ankommt!

Was ein Kamishibai ist, haben wir ja schon in diesem Blogbeitrag vorgestellt. Seit diesem Beitrag gibt es zwei Neuerungen: In beiden Standorten gibt es nun ein Kamishibai-Theater zum Ausleihen, und auch im Standort Kaiserhof sind nun Bildkarten – Sets vorrätig!

Bildkartensets im Kaiserhof

Heute möchte ich euch neue, kreative Ideen für das Kamishibai vorstellen, Weiterlesen

Knobeln, Spielen , Lernen- das neue Terminal im Kaiserhof!

Seit einiger Zeit haben wir eine neue Attraktion in der Stadtbücherei im Kaiserhof, die sehr gut ankommt: Ein Kinderterminal! Was das ist? Es ist ein PC mit Touchscreen, auf dem man über 20 (Lern-) Spiele spielen kann. Man kann z.B. Memory spielen oder die Tierstimmen, die man über den Kopfhörer hört, dem richtigen Tier zuordnen. Besonders beliebt ist das Ausmalen von Tieren, wie ich beobachten konnte. 😉 Ganz nebenbei lernen die Kinder dabei die Bedienung und Reaktion von PCs. Auf der Rückseite ist ein Schiebespiel angebracht, wie man auf den Fotos sehen kann.

Und so sieht es aus:

 

Die Bücherei im Kaiserhof ist ein Treffpunkt für junge Familien geworden. Damit sich die Kinder in der Nähe der Eltern sinnvoll selbstständig beschäftigen können, während die Eltern nach Büchern stöbern, steht das Terminal auf der Etage mit der Erwachsenenliteratur.

Es lassen sich über 20 verschiedene Sprachen einstellen, sodass auch diejenigen Kinder, die noch keine Bücher in deutscher Sprache lesen können, eine kostenlose Freizeitbeschäftigung in der Bücherei haben. Und wer weiß? Vielleicht finden so auch Kinder, die nicht gerne lesen, Spaß am Büchereibesuch!?!

Übrigens: auch für Erwachsene ist was dabei, z.B. Schach oder Sudoku!

 

Viele Grüße von Anna Bruske

Was die Reformation mit Bibliotheken zu tun hat

Kleiner Exkurs in die Geschichte der Bibliotheken in Deutschland

Heute vor 500 Jahren veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche. Der Legende nach nagelte er sie an die Tür der Wittenberger Kirche. Doch wie konnten sich die Informationen eines einzigen Blattes Papier (heute würde man sagen: Plakat), innerhalb kurzer Zeit in ganz Deutschland verbreiten? Die Thesen konnten sich nur verbreiten, da kurz vorher der Buchdruck in Deutschland erfunden worden war. So war erstmals die Herstellung und Verteilung von Flugschriften (heute würde man sagen: Flyern) in großer Zahl möglich und die Ideen der Reformation konnten sich schneller verbreiten. Weiterlesen