Musiktipp: Bonga Kuenda – Mona Ngi Xica

Liebe Leser,

wir möchten euch gerne einen Musiktipp, -clip oder anderes musikalisches Gut vorstellen.

Bonga Kuenda ist ein angolanischer Musiker, der eigentlich José Adelino Barceló de Carvalho heisst. Er wurde unter seinem Künstlernamen bekannt, die er aus Gründen der Verfolgung annehmen musste.

Während des angolanischen Bürgerkriegs wurde wegen seiner damals als staatsfeindlichen geltenden Musik und wegen seiner Befürwortung der Unabhängigkeit Angolas von Portugal einen Kopfgeld auf ihn verhängt. Auf der Flucht vor der portugiesischen Geheimpolizei hielt er sich wechselweise in Deutschland, Frankreich oder Belgien auf. Im Exil in Europa veröffentlichte er weiterhin Musik, darunter auch „Mona ngi xica“ – übersetzt „Mein Kind, das ich hinterlasse“.

In einem 2014 geführten Interview mit dem taz erzählte Bonga über das Spielen in Angola:

„Wenn ich dort auftrete, dann spiele ich immer Stücke daraus. Die Leute applaudieren, sie singen und tanzen mit, und wenn ich Autogramme gebe, stehen sie Schlange. Aber im Radio werden diese Stücke nicht gespielt.“

 

Viel Spaß beim Hören und einen schönen Tag!

von Philip Orr

Advertisements

Eindrücke von der Lesung – Deon Meyer live in Erkrath

Liebe Leser,

am vergangenen Freitag kam der weltberühmte südafrikanische Autor Deon Meyer nach Erkrath, um sein neues Buch „Fever“ vorzustellen. Die Buchhandlung Weber hatte zusammen mit der Stadt Erkrath, vertreten durch unseren Bürgermeister Herrn Schultz, den durch Krimis bekannt und berühmt gewordenen Autoren eingeladen. Die Erlöse der Veranstaltung gingen an unsere beiden Stadtteilbüchereien, worüber wir uns sehr freuen!

Sara Willwerth von der Buchhandlung Weber und Deon Meyer

Da Herr Meyer kein Deutsch spricht, wurde seine Stimme vom Schauspieler und Sänger Klaus Grabenhorst großartig vertreten. Mir verschafften einige Stellen eine leichte Gänsehaut, die Aussprache und Betonung passte herrlich zum Text. Zunächst aber las Herr Meyer die erste Seite auf Afrikaans vor, eine der elf (!!!) Amtssprachen Südafrikas und die Sprache, auf der er normalerweise schreibt.

v.l.n.r.: Klaus Grabenhorst, Deon Meyer und Sara Willwerth

„Fever“ ist kein Krimi und kein Teil der Reihe um „Benni Griessel“, den bisher bekanntesten Charakter aus Herr Meyers Literatur. Vielmehr behandelt „Fever“ das Entstehen einer Gesellschaft in Südafrika nach dem Ausbruch eines Fiebers, das 95% der Weltbevölkerung dahinrafft. Weiterlesen

Rekord geknackt – die Sommerleseclub-Abschlussparty 2017!

Liebe Leser,

am vergangenen Samstag war ordentlich was los, da haben wir nämlich wie alle Jahre wieder die Sommerleseclub-Abschlussparty gefeiert!

Ein „Gästebuch“ für die Teilnehmer!

Ich erwähne direkt zu Anfang, dass wir dieses Jahr einen neuen Rekord aufstellen konnten. Es waren nämlich über 70 Kinder eingeladen, die mehr als drei Bücher beim Sommerleseclub gelesen hatten. Und wir als Bücherei waren nicht die einzigen, es wurde noch ein weiterer Rekord geknackt, der im letzten Jahr aufgestellt wurde – aber dazu kommen wir gleich 😉

Weiterlesen

Hörbuchtipp- Harry Rowohlt erzählt sein Leben von der Wiege bis zur Biege

Liebe Leser,

heute möchte ich Euch einen Hörbuch vorstellen.

Harry Rowohlt war der Mensch, den ich am liebsten zitiere. Normalerweise zitiere ich in Gesprächen gar nicht, weil es mir immer wie eine Wiederholung des bereits gesagtem vorkommt. Aber hin und wieder kann ich mir ein „Das Publikum hat ein Anrecht darauf mitzuerleben, wie der Referent sich zugrunde richtet“ oder ähnliches nicht verbieten!

Wenn Ihr Herrn Rowohlt kennt, dann vermutlich als die tiefe Brummstimme, die unter anderem „Pu der Bär“ in der Hörausgabe gesprochen hat.

 

Haben wir selbstverständlich auch im Bestand 😉

 

Und wie es einer solchen tiefen Brummstimme gebührt, hat Harry Rowohlt seine Autobiographie selber gesprochen. Es trägt den Titel „Harry Rowohlt erzählt sein Leben von der Wiege bis zur Biege“ und ist als Hörbuch auf 4 CDs erschienen.

 

Wirkt so, als würde er auf die Titelaufnahme im Katalog gucken 🙂

 

Neben allerhand Geschichten menschlicher Nähe hat Harry Rowohlt glücklicherweise auch bei dieser Hörausgabe die Befähigung, lange und sehr witzige Abschweifungen in seiner Erzählung einzubauen. Diese Fähigkeit hatte er immer wieder auf der Bühne eingesetzt, als er Lesungen gab, wodurch die ein oder andere Lesung mal bis zu 6 Stunden gehen konnte.

Ich wäre liebend gerne mal bei einem solchen „Schausaufen mit Betonung“ dabei gewesen, habe aber leider erst nach 2015 – und damit nach seinem Tod – Harry Rowohlt als Autor und Kolumnist kennen und schätzen gelernt.

Alle diejenigen, die gerne über alte Zeiten nachsinnieren, eine gewisse Liebe zur Stadt Hamburg pflegen oder einfach nur auf der Suche nach frechen, lustigen Geschichten in tiefster Bärenstimme sind, lege ich dieses Werk (und alle weiteren Veröffentlichungen des Autors) wärmstens ans Herz.

Viel Spaß beim Hören wünscht

Philip Orr

Musiktipp: Edvard Grieg – Ases Tod

Liebe Leser,

wir möchten euch gerne einen Musiktipp, -clip oder anderes musikalisches Gut vorstellen.

Edvard Grieg war ein Komponist und Musiker des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, der heutzutage durch seiner Suite „Peer Gynt“ bekannt ist. Ihr, liebe Leser, kennt ihn mit Sicherheit auch. Auszüge aus dem „Peer Gynt“ Suite wie beispielsweise „Morgenstimmung“ oder „In der Halle des Bergkönigs“ gehören mittlerweile zu den von fast allen Menschen bekannten klassischen Ohrwürmer.

Heute möchte ich aber lieber über eins der weniger bekannten Lieder aus dieser Suite schreiben, nämlich „Ases Tod“. Dazu sollte man wissen, dass die von Grieg komponierte Suite als musikalische Begleitung eines gleichnamigen Theaterstücks („Peer Gynt„) von Henrik Ibsen entstand. Der Auftrag dazu kam von Ibsen höchstpersönlich, als er und Grieg sich in Rom kennenlernten. Im Stück ist „Ase“ die Mutter des Protagonisten und eine der wenigen Charaktere, die viel von ihm hält.

Mir persönlich hat die Musik immer besser gefallen als das eigentliche Theaterstück. Grieg selber hatte nie Gefallen an das Theaterstück gefunden und veröffentlichte seine Suite deswegen (und weil er dachte, seine Musik würde es nie mit diesem Theaterstück aus Norwegen herausschaffen) getrennt als Gesamtkomposition. Das Lied „Ases Tod“ halte ich persönlich für eines der bitterschönsten, traurigsten Stücken der Klassik.

Viel Spaß beim Hören und einen schönen Tag!

von Philip Orr