Fukushima: Im Schatten

Liebe Leser,

wie lebt es sich im Schatten von Fukushima? – Sechs Jahre nach der dreifachen Katastrophe hat das Thema atomarer Unbeherrschbarkeiten nichts an Aktualität eingebüßt. So dachten offensichtlich auch die ca 30 Besucher der Lesung, zu der unser Förderverein am 8. August in die Stadtbücherei eingeladen hatte.

Zu Gast war Jürgen Oberbäumer, Deutscher, Ostwestfale, ein Mann, der seit über 20 Jahren in Japan lebt, mit einer Japanerin verheiratet ist, die Sprache spricht. Er hat es miterlebt, in seinem Wohnsitz in Yotsukura, Iwaki, unmittelbar südlich der eingerichteten Sperrzone. Das AKW keine 40km entfernt. Und der Tsunami kam bis vor die Haustür. Weiterlesen

Bedankowatsch! – Medientipp: „Wer fast nichts braucht, hat alles“

Liebe Leser,

heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, dass ich sehr ins Herz geschlossen habe. Es trägt den Titel „Wer fast nichts braucht, hat alles“ und wurde von Angela Bajorek verfasst; viele werden es nur als „die Janosch-Biografie“ kennen.

 

Und es sieht in unserem Katalog so aus 🙂

 

Wer sich ein bisschen mit Janosch auskennt, weiß, dass die skurrile Lebensweisheiten des Autoren (größtenteils) aus seiner eigenen Erfahrung stammen. Und die war nicht immer rosig. Das Buch verschont den Leser nicht, konfrontiert ihn geradezu in den ersten Seiten mit den Erlebnissen des jungen Horst Eckert, der später nur noch Janosch genannt wurde. Und es sind Erlebnisse, die sich sehr prägend auf das Leben des Autoren ausgewirkt haben. Vor allem die negativen. Das ist nicht leicht zu lesen, aber man hat nach dem Lesen das Gefühl, Janosch ein Stück weit besser kennengelernt zu haben.

Ich empfinde deswegen große Begeisterung beim Lesen, weil Janosch eine starke Abneigung gegen Journalisten hat und ziemlich oft auf Fragen reagiert, indem er einfach eine herrlich unpassende Geschichte erzählt, oder einfach mit dem Satz „Ich bin Janosch“ antwortet. Die Verfasserin konnte durch langjährigen Schriftverkehr solche ausweichende Antworten aus dem Weg gehen, und so entsteht das Bildnis eines Menschen, der lieber in der Hängematte liegt als sich über die Verkaufszahlen seiner Werke oder die der unzähligen daraus entstandenen lizensierten Spielzeuge den Kopf zu zerbrechen.

Kurz: ein Mensch, der von seinem Erfolg nicht verdorben worden ist und nie vergessen hat, was ihn bewegte. Das ist heutzutage sehr ungewöhnlich. Um einen besseren Einblick in den eigentlichen Hintergründen solcher bekannten Charaktere wie „Cholonek“, „der Bär“ oder „die Tigerente“ zu bekommen, empfiehlt sich dieses Buch genauso, wie um den eigentlichen Menschen hinter dem Namen Janosch kennenzulernen.

Ich fasse mich an dieser Stelle doch lieber kurz, denn ich merke gerade dass ich den ganzen langen Tag darüber schreiben könnte. Vielleicht liegt es daran, dass auch ich ein „Janosch-Kind“ bin und früher gerne die kleine, orange Bücher gelesen habe.

Es bleibt mir also nur übrig zu sagen:

Bedankowatsch, Janosch und Frau Bajorek!

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Philip Orr

 

Schritt für Schritt zum Superbuch

Liebe Leser,

Durch digitale Anreicherung verbindet sich die Bilderbuchwelt mit meinem Arbeitsplatz

nachdem ich euch schon in anderen Beiträgen mit der Augmented-Reality-Anreicherung in Büchern bekannt gemacht habe, möchte ich mich heute mit einem weiteren Kinderbuchformat dieser Art beschäftigen: Der Onlinehändler Tigerbooks bietet mit Superbuch eine kostenlose App an, die bestimmten Bilderbüchern zu einer zusätzlichen Dimension am Tablet- bzw Smartphonebildschirm verhilft. Weiterlesen

„Manche Menschen denken, Bücher sind Gift.“

Liebe Leser,

das Parthenon der Bücher auf der Documenta in Kassel ist eine Nachbildung des antiken Tempels auf der Akropolis, umkleidet mit tausenden einst oder gegenwärtig verbotener Bücher. Damit möchte die argentinische Künstlerin Marta Minujín die Zensur und Verfolgung von Schriftstellern thematisieren. Nach der Kunstschau möchte Marta Minujín die Bücher an Bedürftige verschenken.

„Überall in der Welt werden Bücher verboten. Und so viele. Es hört nicht auf. Manche Menschen denken, Bücher sind Gift. Dagegen kämpfe ich. Die Menschen sollen den Parthenon sehen und anfangen zu denken: Was geschieht in dieser Welt?“, fragt sich die Künstlerin (Quelle: http://www.monopol-magazin.de/manche-denken-b%C3%BCcher-sind-gift)

Wie der Film zeigt, ist die Installation noch nicht komplett. Wer nach Kassel kommt, kann noch Bücher von der Liste der verbotenen Bücher mitbringen: Kurzliste der verbotenen Bücher

Mein Fazit: Beeindruckend und erschreckend zugleich.

Viele Grüße
Eure Beate Sleegers

Aktuelle Literaturverfilmungen

Hallo liebe Leser,

ich stelle heute ein Buch und die entsprechende Verfilmung dazu vor, die mir ganz besonders am Herzen liegen: „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Patrick Ness und Siobhan Dowd.

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Buchinhalt:
Es ist sieben Minuten nach Mitternacht. Wie jede Nacht erwartet Conor den Albtraum, der ihn quält, seit seine Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist. Doch diesmal begegnet er einem Wesen, das seine geheimsten Ängste zu kennen scheint, ein Wesen, das uralt ist und wild und weise. Und schon bald begreift Conor, dass es der einzige Freund ist, der ihm in den Stunden der Not zur Seite steht. Denn er wird zerrissen von der einen Frage, die er nicht einmal zu denken wagt. Darf er seine Mutter, die er über alles liebt, loslassen? Oder muss er es sogar, um nicht selbst verloren zu sein? (Quelle: Verlagsgruppe Randomhouse)

Patrick Ness‘ Geschichte beruht auf einer Idee der irisch-britischen Autorin Siobhan Dowd, die selbst viel zu früh an Krebs verstarb. Genau diesem schweren Thema nimmt sich das Buch an, indem es sich die Frage stellt, wie ein kleiner Junge mit dem nahenden Tod seiner Mutter und einzigen Bezugsperson umgeht. Das erwähnte Monster und die Beziehung, die er und Conor zueinander aufbauen, nimmt eine zentrale Rolle im Buch ein. Conors Innenleben und die Schwere seiner Situation werden sehr glaubwürdig gezeichnet, sodass man als Leser schnell mit ihm mitfühlt.
Ich kenne niemandem, der bei dem Buch nicht geweint hat, denn die knapp zweihundert Seiten sind berührend und einfühlsam geschrieben.

Für den Film zeigt sich Regisseur Juan Antonio Bayona verantwortlich, das Drehbuch wurde von Patrick Ness selbst geschrieben, sodass das Ergebnis sich durch viel Treue zur Buchvorlage auszeichnet. Die ersten Trailer versprechen einen schönen Film mit Tiefgang. Starttermin ist der 04.05.2017.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist bei uns entleihbar und ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen, der nicht vor Büchern mit ernstem Thema zurückschreckt.

Eure Ivy Bekoe