Hörbuchtipp- Harry Rowohlt erzählt sein Leben von der Wiege bis zur Biege

Liebe Leser,

heute möchte ich Euch einen Hörbuch vorstellen.

Harry Rowohlt war der Mensch, den ich am liebsten zitiere. Normalerweise zitiere ich in Gesprächen gar nicht, weil es mir immer wie eine Wiederholung des bereits gesagtem vorkommt. Aber hin und wieder kann ich mir ein „Das Publikum hat ein Anrecht darauf mitzuerleben, wie der Referent sich zugrunde richtet“ oder ähnliches nicht verbieten!

Wenn Ihr Herrn Rowohlt kennt, dann vermutlich als die tiefe Brummstimme, die unter anderem „Pu der Bär“ in der Hörausgabe gesprochen hat.

 

Haben wir selbstverständlich auch im Bestand 😉

 

Und wie es einer solchen tiefen Brummstimme gebührt, hat Harry Rowohlt seine Autobiographie selber gesprochen. Es trägt den Titel „Harry Rowohlt erzählt sein Leben von der Wiege bis zur Biege“ und ist als Hörbuch auf 4 CDs erschienen.

 

Wirkt so, als würde er auf die Titelaufnahme im Katalog gucken 🙂

 

Neben allerhand Geschichten menschlicher Nähe hat Harry Rowohlt glücklicherweise auch bei dieser Hörausgabe die Befähigung, lange und sehr witzige Abschweifungen in seiner Erzählung einzubauen. Diese Fähigkeit hatte er immer wieder auf der Bühne eingesetzt, als er Lesungen gab, wodurch die ein oder andere Lesung mal bis zu 6 Stunden gehen konnte.

Ich wäre liebend gerne mal bei einem solchen „Schausaufen mit Betonung“ dabei gewesen, habe aber leider erst nach 2015 – und damit nach seinem Tod – Harry Rowohlt als Autor und Kolumnist kennen und schätzen gelernt.

Alle diejenigen, die gerne über alte Zeiten nachsinnieren, eine gewisse Liebe zur Stadt Hamburg pflegen oder einfach nur auf der Suche nach frechen, lustigen Geschichten in tiefster Bärenstimme sind, lege ich dieses Werk (und alle weiteren Veröffentlichungen des Autors) wärmstens ans Herz.

Viel Spaß beim Hören wünscht

Philip Orr

Advertisements

Eva Strittmatter – Kunsterspring

Hallo liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörerinnen und Hörer,

ja, heute gibt es wieder etwas auf die Ohren 😉

Ab und an wurden wir schon lyrisch auf unserem Blog, was Euch gut gefallen hat. Deshalb möchten wir Euch von Zeit zu Zeit mit etwas Lyrik den Tag verschönern. Eine gute Gelegenheit, um innezuhalten und auf ganz andere Gedanken zu kommen. Wenn Ihr Wünsche habt, schreibt es in die Kommentare. Wir schauen dann gerne in unserem Lyrik-Bestand oder befragen das Netz.

Hach, und ich bin ganz im Glück. Auf der Suche nach einem Sommergedicht für Euch habe ich ein Neues für mich entdeckt: von Eva Strittmatter. So viele Jahre begleiten mich ihre Gedichtbände nun schon! Aber dieses Gedicht spricht erst heute zu mir…

Schaut und hört selbst 🙂 Ich finde, diese Bilder fangen den ganzen Zauber des Sommers ein.

 

Eva Strittmatter (1930-2011)

Kunsterspring

Wie waren die Wälder finster.
Und im Winter: wie waren sie weiß.
An den Wegrändern blühte der Ginster.
Und die Sommer: Die Sommer warn heiß.
Die Tage warn blau von Lupinen.
Und morgens war die Welt neu.
Wir aßen die Sonne. Und tranken den Regen.
Und schwammen im Juni im Heu.
Und damals gab es Libellen.
Und man sah sie zum erstenmal.
Und der Großvater erzählte von Quellen
Hinterm Walde. In einem Tal.
Die hatten auch einen Namen.
Der hieß Kunsterspring. Kunsterspring …
Und wie viele Jahre verkamen.
Und wieviel Leben verging.
Und der alte Mann ist hinunter.
Und ich weiß den Weg nicht mehr.
Doch ich suche den Spring noch immer.
Und mir ist, als ob ich ihn hör.

(aus: Eva Strittmatter: Ich mach ein Lied aus Stille. 4. Aufl. 1978, © Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, S. 9)

Mit sommerlichen Grüßen
Eure Beate Sleegers

Twitteraturtipp im Advent – Die Twitter-Oma Renate Bergmann

Liebe Leser,

hach, ich kann mich dem Charme dieser älteren Dame einfach nicht entziehen. Täglich begrüßt sie mich auf Twitter und sagt wieder Gute Nacht, nachdem sie ihre Zähne ins Glas gelegt hat. Das glaubt Ihr mir nicht?

Eine Oma, die twittert und markige Tweets postet. Ich gebe zu, dass ich anfangs nicht sofort bemerkt habe, dass die Oma keine Oma ist…

Die Sprüche und Ansichten kamen mir so bekannt vor, erinnerten sie mich doch an meine alten Großtanten, kernig, handfest und nicht zimperlich. Bei meinen Großtanten gab es zwar keinen Korn, aber immer Stand ein Eierlikör bereit….

Torsten Rohde, Weiterlesen

ELSE LASKER-SCHÜLER – Heimlich zur Nacht

Liebe Leser,

ab und an wurden wir schon lyrisch auf unserem Blog, was Euch gut gefallen hat, wenn die Statistik nicht lügt😉.

Deshalb möchten wir Euch von Zeit zu Zeit mit etwas Lyrik den Tag verschönern. Eine gute Gelegenheit, um innezuhalten und auf ganz andere Gedanken zu kommen. Wenn Ihr Wünsche habt, schreibt es in die Kommentare. Wir schauen dann gerne in unserem Lyrik-Bestand oder befragen das Netz.

 

 

Heimlich zur Nacht

Ich habe dich gewählt
Unter allen Sternen.

Und bin wach – eine lauschende Blume
Im summenden Laub.

Unsere Lippen wollen Honig bereiten,
Unsere schimmernden Nächte sind aufgeblüht.

An dem seligen Glanz deines Leibes
Zündet mein Herz seine Himmel an –

Alle meine Träume hängen an deinem Golde,
Ich habe dich gewählt unter allen Sternen.

Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/Heimlich_zur_Nacht

In unserer BIBNET-Onleihe haben wir ein ganz besonderes eAudio zum Ausleihen.

Tiefer beugen sich die Sterne – Lyrik und Musik

Else Lasker-Schüler dichtete ihr Leben und lebte ihre Dichtung. Eine chronologische Auswahl an Gedichten, Briefen, Prosatexten sowie biografische Eckdaten vermitteln einen Einblick in das Leben und künstlerische Schaffen der außergewöhnlichen Dichterin. Die Schauspielerin Nina Hoger bewundert Else Lasker-Schüler für ihre poetische Klang- und Gefühlssprache, aus der sie gandiose Bilder zwischen Sehnsucht und Melancholie, Lebensfreude und Trauer schaffe. Die Verbindung von Lyrik und Musik ist ein poetisch-musikalisches Konzept, das sie zusammen mit dem Ensemble Noisten in Lesungen vorträgt. Klezmer-Musik wird mit Elementen des Jazz und denen anderer Weltmusik kombiniert. Die Musiker greifen die vielschichtigkeit der Stimmungen aus der Lesung auf und setzen sie kongenial in Musik um.

Vielleicht wäre das ja nach Eurem Geschmack 🙂

Viele Grüße
Eure Beate Sleegers

Letztes Buch, letzter Text, letztes Interview – R.I.P. Henning Mankell

Liebe Leser,

Mankell_05736_MR.inddich war geschockt, erschrocken und vor allem traurig. Noch ein paar Tage zuvor hatte ich die neue Autobiografie für die Bücherei bestellt, als am 5. 10.15 die Nachricht kam: Henning Mankell ist tot.

Nun liegt  sein letztes Buch, „Treibsand – Was es heißt Mensch zu sein“, auf meinem Nachttisch und ab und an, wenn der richtige Moment sich Raum nimmt, Weiterlesen