Musiktipp: Locomotiv GT – Egy dal azokért, akik nincsenek itt

Liebe Leser,

wir möchten euch gerne einen Musiktipp, -clip oder anderes musikalisches Gut vorstellen.

Manchmal frage ich mich, ob es in einer Zeit vor dem Internet, vor eingebetteten Videos auf Social-Media-Kanälen und vor den Bravo-Hits-Doppel-CDs nicht doch schöner war. Zumindest, wenn man sich vorstellt, man müsste in den lokalen Plattenshop (oder ähnliches) gehen, um neue Musik zu finden. Natürlich war man in keiner Weise auf sich allein gestellt, denn es waren doch oft andere Menschen im Plattenladen da, mit denen man sich austauschen konnte – ungeachtet dessen das Radio, Neuerscheinungslisten und die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda unter Freunden.

Der Plattenladen. CC0 Creative Commons

Diese Art der Musikgespräche unter Freunden ist, gottlob, noch nicht ausgestorben. Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem guten Freund über die Musik in der UdSSR. Er empfahl mir die Ungarische Band Locomotiv GT (oder LGT), dessen Stil Jazz mit Hard Rock kombiniert und die seines Erachtens das Sowjetische Pendant zu Jimi Hendrix gewesen waren.

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Musiktipp: Bonga Kuenda – Mona Ngi Xica

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Bonga Kuenda ist ein angolanischer Musiker, der eigentlich José Adelino Barceló de Carvalho heisst. Er wurde unter seinem Künstlernamen bekannt, die er aus Gründen der Verfolgung annehmen musste.

Während des angolanischen Bürgerkriegs wurde wegen seiner damals als staatsfeindlichen geltenden Musik und wegen seiner Befürwortung der Unabhängigkeit Angolas von Portugal einen Kopfgeld auf ihn verhängt. Auf der Flucht vor der portugiesischen Geheimpolizei hielt er sich wechselweise in Deutschland, Frankreich oder Belgien auf. Im Exil in Europa veröffentlichte er weiterhin Musik, darunter auch „Mona ngi xica“ – übersetzt „Mein Kind, das ich hinterlasse“.

In einem 2014 geführten Interview mit dem taz erzählte Bonga über das Spielen in Angola:

„Wenn ich dort auftrete, dann spiele ich immer Stücke daraus. Die Leute applaudieren, sie singen und tanzen mit, und wenn ich Autogramme gebe, stehen sie Schlange. Aber im Radio werden diese Stücke nicht gespielt.“

 

Viel Spaß beim Hören und einen schönen Tag!

von Philip Orr

Musiktipp: Edvard Grieg – Ases Tod

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Edvard Grieg war ein Komponist und Musiker des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, der heutzutage durch seiner Suite „Peer Gynt“ bekannt ist. Ihr, liebe Leser, kennt ihn mit Sicherheit auch. Auszüge aus dem „Peer Gynt“ Suite wie beispielsweise „Morgenstimmung“ oder „In der Halle des Bergkönigs“ gehören mittlerweile zu den von fast allen Menschen bekannten klassischen Ohrwürmer.

Heute möchte ich aber lieber über eins der weniger bekannten Lieder aus dieser Suite schreiben, nämlich „Ases Tod“. Dazu sollte man wissen, dass die von Grieg komponierte Suite als musikalische Begleitung eines gleichnamigen Theaterstücks („Peer Gynt„) von Henrik Ibsen entstand. Der Auftrag dazu kam von Ibsen höchstpersönlich, als er und Grieg sich in Rom kennenlernten. Im Stück ist „Ase“ die Mutter des Protagonisten und eine der wenigen Charaktere, die viel von ihm hält.

Mir persönlich hat die Musik immer besser gefallen als das eigentliche Theaterstück. Grieg selber hatte nie Gefallen an das Theaterstück gefunden und veröffentlichte seine Suite deswegen (und weil er dachte, seine Musik würde es nie mit diesem Theaterstück aus Norwegen herausschaffen) getrennt als Gesamtkomposition. Das Lied „Ases Tod“ halte ich persönlich für eines der bitterschönsten, traurigsten Stücken der Klassik.

Viel Spaß beim Hören und einen schönen Tag!

von Philip Orr

Musiktipp: Omar Souleyman – Bahdeni Nami

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Omar Souleyman ist ein syrischer Musiker, der traditionelle Hochzeitsmusik mit einem elektronischen Flair versieht. Dabei entsteht etwas ganz neues, ein Rhythmus, der zum Tanzen auffordert. Traditionell tanzt man hier den „Dabke„, der, wenn die Gerüchte stimmen, dazu dienen sollte, Lehm gleichmäßig zu festigen, indem man im gleichen Takt draufstampfte. Die Musik eignet sich aber auch sehr für einfach nur drauf lostanzen 😉

Omar Souleyman lebt zurzeit in Istanbul, sprach in einem Interview mit dem Guardian aber davon, wie gerne er wieder zurück nach Syrien ziehen würde, sollte die Situation dort sich mal verbessern:

“if things return to normal and calm down in Syria, I’d go back to my wedding performances. They remind me of the old days, before the war, and they’re very important for my social life. Now my friends and family are spread across Turkey, Syria, Iraq and Europe. It was good to see weddings bringing people together. If I could do them again, I would.”

 

Viel Spaß beim Hören und einen schönen Tag!

von Philip Orr

 

Musiktipp: Shantel – Disko Partizani

Liebe Leser,

heute möchte ich euch einen Künstler vorstellen, den die meisten vermutlich bereits kennen, wenn auch nur vom Sound. Shantel – dessen Künstlername sich aus seinem eigentlichen Namen Stefan Hantel zusammensetzt – ist einer der bekanntesten Vertreter des Balkan-Pop-Sound im deutschsprachigen Raum. In Deutschland geboren, kommt seine Familie ursprünglich aus Czernowitz in Bukowina.

Seine Musik vermischt Aspekte des traditionellen Sounds der Balkanländer mit dem Electro, den Klezmer und noch vieles mehr. Insofern ließe sich hier wunderbar ein Vergleich zur alten Stadt Czernowitz ziehen, die als multikulturelle Hauptstadt von Bukowina und der Umgebung bis zur Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung unter Deutscher Besetzung im Zweiten Weltkrieg galt.

„Bucoviner haben immer türkische Melodien mit dem Rhythmus des Wiener Walzers kombiniert und alle Kulturen vermischt, die das Land geformt haben.“ erklärte Shantel in einem Interview mit Rory MacLean für das Goethe-Institut. „Wesentlich ist, gute Musik aus eigener Leidenschaft, aus dem Herzen zu machen.“

Der Bayerische Rundfunk hat 2014 auf dem Heimatsound-Festival in Oberammergau eine Live-Aufzeichnung von Shantels großer Hit „Disko Partizani“ aufgenommen:

 

Viel Spaß beim Hören und einen schönen Tag!

von Philip Orr