Die Alpakas sind los! – Coding und Making als Werkzeuge moderner Jugendarbeit

Liebe Leserinnen und Leser,

heute nehmen wir euch mit in die Zukunft.

Wie Ihr wisst, sind Bibliotheken längst keine Ort mehr, an denen Informationen nur durch gedruckte Bücher weitergegeben werden. Unter dem Stichwort „Making“ wird Wissen unter Einbeziehung aller Sinne vermittelt – und mit einer gehörigen Portion Lockerheit und Spaß.

Die Kolleginnen fuhren an den Rhein und nahmen in Köln an der Veranstaltung „Coding und Making als Werkzeuge moderner Jugendarbeit“ teil, um in Zukunft selbst Workshops rund um „Coding, Making, Hacking“ durchführen zu können.

CodingMakingHackingJuli18Köln02

Aber was genau ist eigentlich mit „Coding, Making, Hacking“ gemeint? Und warum sollte man solche Workshops überhaupt mit Kindern und Jugendlichen durchführen?

Coding – Soll eine bestimmte Art des Denkens vermitteln („Computaional Thinking“). Wie kommuniziert man mit einem Computer?

Man lernt also eine sehr lösungsorientierte Art des Denkens.

Making – Selbst machen, statt nur konsumieren. Es darf gelötet, gegärtnert, geklebt, genäht, geschraubt werden.

Lernen durch anfassen. In Workshops mit Geräten und Materialien arbeiten, die man im Alltag sonst nicht zur Verfügung hat.

Hacking – Meint nicht das Eindringen in Hardware, sondern das Verwenden und Zweckentfremden von Alltagsgegenständen. Einfache, kostengünstige Hilfsmittel oder vermeintlicher Müll werden für Problemlösungen eingesetzt, anstatt eine teure Speziallösung zu kaufen, die nur für einen Zweck verwendet werden kann.

Schafft Problemlösungsverständnis, gibt Werkzeuge an die Hand.

Um diese Begriffe mit Leben zu füllen, durften wir verschiedene Roboter, Bausätze, Software und Apps nach Herzenslust ausprobieren und die Mentoren mit Fragen löchern.

Ganz verliebt sind wir in noch immer in den frechen Makerbot, der mit seinen Sensoren gegen keinen Tisch fährt. In den Ozobot, der einer schwarzen Linie folgt und an farbigen Stellen kleine Tänzchen oder Blinkspiele aufführt – ein Roboter, den man also mit ein paar Filzstiften steuern kann. Und nicht zuletzt eroberte der Lightbot unser Herz, der Hindernisse überwinden und Platten erleuchten muss – die schlicht wirkenden, grafischen Befehle vermitteln spielerisch Grundkenntnisse der Programmierung / des Codings (Schleifen, verschachtelte Schleifen).

Unser nächster Favorit ist die App „Pop App“, mit der sich eine eigene, kleine App erstellen lässt. Fantastisch, um sich gegenseitig Quizaufgaben zu stellen oder eine Führung zu gestalten – und sie fordert von den Jugendlichen ordentlich Vorausplanung, um richtig zu funktionieren.

Ganz schön kniffelig, das alles!

Da sah es beinahe nach Entspannung aus, den putzigen Dash mit Hilfe der Programmiersprache „Scratch“, bei der Befehle wie Puzzleteile zusammengesetzt werden, über ein Labyrinth zu steuern und dann einen Ball auf ein Ziel zu feuern.

Tja, das müssen wir wohl noch ein wenig üben …

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Wieder mal mit dem Dash-Roboter verfahren und daneben geschossen …

Zur Entspannung durften wir den Lötkolben schwingen und dem „Alpaka“, dem Wappentier von „Jugend hackt“ die Augen zum Leuchten zu bringen.

Nach dem Mittagessen ging es dann ans Eingemachte. Die Kollegin durfte bei „Knack den Code“ eine Spülbürste zum Tanzen bringen und einen Safe knacken, während ich bei „Alpaka-Alarm“ zusammen mit einem tollen Team und einem famosen Mentor eine anspruchsvolle Kugelbahn gestalten konnte. Denn nur, wenn dort am Ende ein Ventilator weht, ist die Aufgabe erfüllt.

Das sieht nach Spielerei aus, ist aber ganz schön anspruchsvoll und erfordert ein hohes Maß an Planung. Die Kugel wird mit Hilfe eines Roboters angeschubst- der muss natürlich mit Scratch programmiert werden! Anschließend braucht es ein ausreichendes Gefälle, damit die Kugel durch den rasanten Mittelteil flitzen kann, ohne hängen zu bleiben – und damit noch genügend Energie übrig bleibt, um das Finale einzuläuten.

Teamgeist war gefragt und Grundkenntnisse in Elektrotechnik. Wir konstruierten eine Schaltung aus Aluminiumfolie, die vom Gewicht der Kugel ausgelöst wurde. Daraufhin startete der Ventilator, dem wir zunächst einen Turm aus altem Karton bauen mussten. Aus weiterem „Müll“, mehreren Kilometern Krokodilklemmen und ein paar Motoren und Rädern konstruierten wir unter dem Ventilator ein rasantes Mobil, das nur deshalb nicht fuhr, weil die Batterie nicht stark genug war. An dieser Stelle mein Dank an unseren unermüdlichen und humorvollen Mentor und an den Kollegen aus der Stadtbibliothek Langenfeld.

Trotzdem fühlten wir uns nach der bewältigten Aufgabe großartig. Und genau das ist der Sinn der Sache: Jugendlichen zeigen, wie sie unterschiedliche Werkzeuge (Lötkolben, Heißklebepistole, Säge, Cutter, …) verwenden, um mit alltäglichen Materialien (Kabelschacht, Klebeband, Bausteine, Schaschlikspieß, Dominosteine, einfachen Elektrobauteilen, …) eine Aufgabe zu lösen. Das gibt Selbstbewusstsein und schult den Blick für Zusammenhänge – und natürlich die Lösungskompetenz.

Alles in allem haben wir nicht nur viele Anregungen für neue Elemente in unserem eigenen medienpädagogischen Alltag mitgenommen, sondern bringen auch unserem Kooperationspartner, dem Jugendcafé am Skaterpark, eine ordentliche Ideensammlung für gemeinsame „Maker“-Veranstaltungen mit. Mal sehen, ob wir die eigene Begeisterung eins zu eins an die Kollegen weitergeben können  😉

Herzlicher Dank an „Jugend hackt“ für den wundervollen Tag.

Mit blitzenden Alpaka-Augen,

Nadine Boos

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